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Anerkennung der Freizeitfischerei in der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU

Vertreter der Angelfischerei und der Angelgerätehersteller haben am 25.1.2018 im Europaparlament in Brüssel auf einer gemeinsamen Tagung zum Status der Angelfischerei in der EU hervorgehoben, dass eine vollständige und faire Anerkennung der Angelfischerei im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik (GFP) unerlässlich ist.

8,9 Millionen Angler – €10 Milliarden Umsatz – 100.000 Arbeitsplätze

Die European Anglers Alliance (EAA), in der der DAFV durch Vizepräsident Thorsten Wichmann vertreten war, betonte auf der Konferenz, dass der sozioökonomische Wert, alleine der marinen Angelfischerei von 8,9 Mio. Anglern in Europa, sich nach neusten Berechnungen auf rund 10 Milliarden Euro beläuft und damit über 100.000 Arbeitsplätze in Europa sichert. Die Einbeziehung der Angelfischerei in die GFP wäre für die Menschen, die Wirtschaft und die Fischbestände von Vorteil und würde einen positiven Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung und Nutzung von Natur und Arten leisten. Bisher ist die Angelfischerei nicht Teil der GFP, aber mit dem Baglimit für den Wolfsbarsch im Atlantik und für den Westdorsch in der Ostsee mit Reglementierungen doch betroffen. Es gilt eine faire Interessenvertretung dieses Teils der Fischerei abzusichern.

Dr. Christel Happach-Kasan führt dazu aus: „Die Freizeitfischerei wird mittlerweile in vielen Bereichen reguliert, aber wir werden an den Entscheidungsprozessen nicht gleichberechtigt beteiligt. Das ist ein unhaltbarer Zustand und wir haben dies auf der letzten Verbandsausschusssitzung thematisiert. Wenn wir unsere Interessen auf europäischer Ebene in Zukunft wirksam vertreten wollen, führt kein Weg an einer Beteiligung im Rahmen der GFP vorbei. In dieser Frage sind sich alle europäischen Angelverbände der EAA einig.“

Freizeitfischer fordern ein Stimmrecht in Europa

David Vertegaal aus den Niederlanden hielt für die EAA einen Vortrag über den Status der Angelfischerei. Er zeigte die Bedeutung, verglich sie mit der Berufsfischerei und der Aquakultur und definierte Angelfischerei als Fang von Fischen für den Eigenbedarf.  "Die GFP ohne Gleichberechtigung der Angelfischerei ist vergleichbar mit einem Mitgliedstaat der EU ohne Stimmrecht" so Vertegaal. Jean-Claude Bel, CEO der EFTA (Europäische Angelgerätehersteller-Verband), referierte zum Thema „Verlässliche Daten des Fangs und der Ökonomie für Management und Wirtschaft“. Diese Sparte mit 10. Mrd. Umsatz und 100.000 Arbeitsplätzen hat eine enorme Bedeutung in der EU, was sich in der GFP nicht wiederspiegelt.

Man kann nur managen, was man auch messen kann

Die anschließende Diskussion mit Europaparlamentariern und einer Vertreterin der EU-Kommission, wurde von Werner Kuhn moderiert. Das Parlament war durch Alain Cadec, Ole Christensen, Norica Nicolai, Werner Kuhn und Ricardo Serrao Santos vertreten. Die Abgeordneten anerkannten die hohe ökonomische Bedeutung der Freizeitfischerei in der EU an. Die EU erwartet eine genaue Definition, was zur Angelfischerei zählt und fordert verlässliche Daten aus allen Mitgliedsstaaten. Evangelia Georgitsi, Team-Leader CFP der Generaldirektion Fischerei (DG Mare) sprach sich für eine nachhaltige Fischerei aus, betonte die ökonomische Bedeutung und mahnte insbesondere den Datenmangel über die Angelfischerei in den einzelnen Mitgliedstaaten an. Seit über 15 Jahren sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Daten für einige Fischarten der Angelfischerei zu erheben, aber bei weitem nicht alle tun das. Im einem persönlichen Gespräch sagte Georgitsi zu, die Ansichten der EAA und EFTA und den Bericht von Norica Nicolai in die Erarbeitung der neuen GFP mit einzubeziehen.

Bericht über den Sachstand der Freizeitfischerei in der Europäischen Union

Grundlage der Sitzung des Interparlamentarischen Forums für Freizeitfischerei im Europaparlament war ein Bericht zum aktuellen Stand der Angelfischerei in Europa (2017/2120(INI)) der Abgeordneten Norica Nicolai (Liberale), an dem DAFV und EAA mitgearbeitet haben. Er steht zum Download zur Verfügung und soll im kommenden März im Europaparlament zur Abstimmung gestellt werden.

Berlin, den 01.02.2018



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