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Brief an die Bundesregierung: Appell zum Verzicht auf geplante Angelverbote

Berlin/Offenbach - Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat heute in einem Brief an die Bundeskanzlerin, das Bundesumweltministerium und das Bundeslandwirtschaftsministerium appelliert, bei der im Mai vorgesehenen Verabschiedung der Verordnungen für die Ausweisung von Schutzgebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Nord- und Ostsee auf Angelverbote zu verzichten. Der Brief wurde heute zusammen mit den Unterschriften von zahlreichen Mitgliedsverbänden versendet.

Es kann nicht sein, dass das Angeln verboten wird, aber die Erwerbsfischerei mit grundberührenden Fanggeräten erlaubt bleibt. Es ist nicht zu erklären, dass zum Schutz der Riffe vor Fehmarn und in der Kadettrinne das Angeln verboten wird, aber in denselben Gebieten die Erwerbsfischerei erlaubt bleibt. Es geht den Anglern nicht darum die Erwerbsfischerei in den Schutzgebieten zu verbieten, sondern es zeigt nur ein weiteres Mal, wie unbegründet die geplanten Verbote sind.

Es fehlt bis jetzt eine Begründung, warum überhaupt das Angeln verboten werden soll. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat in seiner im November 2012 veröffentlichten Stellungnahme „Für einen wirksamen Umweltschutz – Fischereimanagement in Natura 2000-Gebieten in der deutschen AWZ“ festgestellt: „Ein verantwortungsvolles Management der Fischereiaktivitäten in den Schutzgebieten ist dabei die Grundlage für das Erreichen der Schutzziele in den Natura 2000-Gebieten.“ Der Sachverständigenrat hat keinerlei Empfehlungen zur Angelfischerei gegeben.

Die Ausweisung von Naturschutzgebieten geschieht auf der Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes und ist allein nationale Aufgabe. Das Management der Fischerei außerhalb der 12-Meilen Zone erfolgt nach EU-Recht. Bisher hat die Bundesregierung keinerlei Anstrengungen unternommen, mit den EU-Ländern, die in den Gebieten der deutschen AWZ fischen, zu Vereinbarungen für den Schutz der Gebiete zu kommen. Daher bleibt dort die Erwerbsfischerei erlaubt, während gleichzeitig das Angeln verboten werden soll. Es ist kaum vorstellbar, dass eine solche Regelung vor Gericht Bestand hat. In den Gebieten der deutschen AWZ fischen neben deutschen Fischern auch polnische und dänische Fischer.

Im Januar 2016 wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Entwürfe für Verordnungen zu Schutzgebieten in der Ausschließlichen Wirtschaftszone in Nord- und Ostsee vorgelegt. In der Folge wurde insbesondere um die dort ausgesprochenen Angelverbote gerungen. Das BMUB hat in den Verhandlungen, die Gebiete, in denen das Angeln verboten werden soll, verkleinert und teilweise verschoben. Eine Begründung, warum das Angeln verboten werden soll, fehlt bis heute. Kann es sein, dass es dafür gar keine wissenschaftliche Begründung gibt?



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