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Generalversammlung der European Anglers Alliance: Interfraktionelles Arbeitsforum erhöht Schlagkraft

Mit der Einrichtung des Interparlamentarischen Arbeitsforums für Angelfischerei im Europaparlament hat die European Anglers Alliance (EAA) die Wirksamkeit ihres Engagements noch einmal deutlich erhöht. Dieses erfreuliche Fazit konnte der Präsident der EAA, Fred Bloot aus den Niederlanden, auf der 21. Generalversammlung der EAA ziehen, die vom 17. bis 19. September im schwedischen Malmö stattfand. Das europäische Arbeitsforum hat nach seiner Gründung in diesem Jahr zwei Sitzungen in Brüssel abgehalten. In der Ersten wurde den Teilnehmern eine Übersicht über die sozioökonomische Bedeutung der Angelfischerei in Europa geboten. In der Zweiten wurde über die schlechten Wolfsbarschbestände und einen dafür benötigten Managementplan beraten. Die beiden Veranstaltungen waren auf eine bemerkenswerte Resonanz seitens EU-Parlamentariern und Vertretern weiterer EU-Einrichtungen gestoßen. „Es wurde deutlich“, so Fred Bloot, „dass die Arbeit der EAA ein deutlich höheres Niveau erreicht hat. Dies trifft insbesondere auf das Erarbeiten und Einbringen von Statements bei der Generaldirektion Fischerei der EU als auch die Teilnahme an allen Anhörungen und Debatten in Brüssel zu direkten und indirekten Problemen, die Fischerei betreffend, zu“.
                                                                                                                                       
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Unterstützt wurde diese Arbeit auch durch die konstruktiven Beiträge in den einzelnen Fischereibeiräten der EU, den Advisory Councils, kurz ACs genannt. Hier ist die EAA in allen sieben ACs Mitglied. In vier davon hat sie einen Sitz im jeweiligen Exekutivkomitee, dem beschließenden Ausschuss. Für unsere deutschen Angler sind besonders der Ostsee- und der Nordsee-AC von Bedeutung. Hier arbeiten wir sehr eng mit der Sportvisserij Nederland zusammen, die im Nordsee-AC die Stimme der EAA wahrnimmt. Im Ostsee-AC haben sowohl die EAA als auch der DAFV Sitz und Stimme.
 
Zu der mehrtägigen Versammlung der EAA in Malmö waren rund 40 Teilnehmer aus 14 Mitgliedsverbänden gekommen, die über drei Millionen Mitglieder zählen. Für sie stand zu Beginn die Sitzung der „Rivers Subgroup“ auf dem Programm. Sie beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem Süßwasserangeln. Themenschwerpunkte waren die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Schließlich hat die EAA einen ständigen Sitz im Beirat der EU-Kommission zur praktischen Umsetzung der Wasser-Rahmenrichtlinie. Obwohl viele positive Ansätze zu vermelden sind, gibt es immer noch hohes Konfliktpotenzial, zum Beispiel dadurch, dass die EU mit der Wasserrahmenrichtlinie fordert, die Lebensbedingungen für Fische zu verbessern, aber gleichzeitig im Sinne der "Erneuerbaren Energien" den Bau von kleinen Wasserkraftwerken fördert. So arbeitet die EU-Kommission beispielsweise an einem Leitfaden mit dem Titel „Wasserkraftentwicklung und Natura 2000“. Sowohl EAA als auch DAFV hatten dazu eine schriftliche Stellungnahme abgegeben als auch direkt in Brüssel Position bezogen mit dem Resultat, dass die Kommission nun einen geänderten Entwurf des Leitfadens vorlegen will. Besonders eindringlich machte der Umweltexperte und Gründer der Organisation „Riverwatch“, Ulrich Eichelmann, auf die zerstörerischen Folgen der Wasserkraft aufmerksam  Er referierte über die maßlosen Bestrebungen der Wasserkraftlobby auf dem Balkan. Dort, zwischen Slowenien und Griechenland, sollen laut Eichelmann in den kommenden Jahren mehr als 570 Wasserkraftwerke gebaut werden. Unter vielen heimischen Arten wäre insbesondere der Huchen von diesen prekären Plänen betroffen. Anders als im Rest seines europäischen Verbreitungsgebietes findet er in den Balkanflüssen noch ideale Bedingungen. So wurden in 43 Flüssen im Einzugsgebiet der Donau überlebensfähige, sich selbst fortpflanzende Populationen nachgewiesen. Um die bevorstehende Wasserkraftwelle auf dem Balkan, von der etwa 70 Prozent der Huchenbestände bedroht wären, aufzuhalten, wollen die EAA und Riverwatch künftig enger kooperieren. Auch auf der kommenden Sitzung des neugegründeten Parlamentarischen Arbeitsforums für Angelfischerei im Europaparlament am 10. November soll das Thema „Fischschäden durch Wasserkraftanlagen“ den Schwerpunkt bilden.
 
Die Dorschbestände der Ostsee und mögliche Maßnahmen der EU-Kommission waren eines der dominierenden Themen in der „Sea Sub Group“. Das ist für deutsche Meeresangler natürlich von großem Interesse. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hatte der EU jüngst nahegelegt, die Höchstfangmengen für Dorsch in der westlichen Ostsee für das Jahr 2016 drastisch zu senken und solche auch für die Angelfischerei einzuführen. Ob und wie die EU tatsächlich vorhat, Managementmaßnahmen für die Angelfischerei aufgrund des europäischen Dorschmanagementplans von 2007 vorzuschreiben, ist derzeit noch unklar. In Malmö haben die betroffenen EAA-Mitgliedsverbände ihre Koordinierungsgespräche intensiv fortgesetzt. Das war wichtig, denn für den 1. Oktober konnte der DAFV einen Beratungstermin mit Vertretern der Generaldirektion für Fischerei der Europäischen Kommission vereinbaren. Diesen werden wir mit weiteren europäischen Anglervertretern wahrnehmen. Eine Einbeziehung der Angelfischerei in die Quoten lehnen wir ab. Das Ziel ist die umsetzbare nachhaltige Bewirtschaftung der Dorschbestände. Die EAA hatte in diesem Jahr bereits mehrere Treffen mit der Kommission, bei der sie wirkungsvoll ihre Vorstellung zum Management der Wolfsbarschbestände einbringen konnte. Diese fruchtbare Zusammenarbeit soll auch beim Thema Dorsch weitergeführt werden.
 
Natürlich nutzte der Gastgeber der Tagung, der schwedische Mitgliedsverband „Sportfiskarna“, die Gelegenheit, Einblick in seine Arbeitsfelder zu geben. Dabei wurden interessante Projekte vorgestellt, wie z.B die „Pike Factories“. Dabei ging es  um die Wiederherstellung von Laichhabitaten für den Hecht zur Verbesserung des Bestandes.  Ebenso wurde eine App präsentiert, mit der man einfach Angelkarten bei Vereinen kaufen kann und die gleichzeitig als elektronisches Fangbuch dient.
 
Außerdem hat sich die EAA noch vergrößert. Als neues Mitglied wurde die „Sportvisserij Vlaanderen“ aus Belgien begrüßt  und aufgenommen. Damit ist die EAA künftig noch besser für die Lösung der kommenden Aufgaben aufgestellt. 
 
An den Beratungen der EAA nahmen Dr. Stefan Spahn und Philipp Freudenberg aus den Geschäftsstellen in Berlin und Offenbach für den DAFV teil.
 
Dr. Stefan Spahn & Philipp Freudenberg
Deutscher Angelfischerverband e.V.
 

AdmirorGallery 4.5.0, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.


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