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Grün und sauber? – Tagung zum Thema Wasserkraft im Europaparlament

Wie grün ist die Wasserkraft? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Interparlamentarische Arbeitsforum für Angelfischerei im Europaparlament auf seiner dritten Sitzung am 10. November 2015. Den Vorsitz für die Sitzung hatte freundlicherweise die deutsche Abgeordnete Maria Noichl (SPD) übernommen. Sie war für die erkrankte Ulrike Rodust (ebenfalls SPD) eingesprungen. 
 
Referenten aus den Bereichen Wissenschaft sowie Natur- und Umweltschutz machten die Parlamentarier und Vertreter weiterer EU-Institutionen darauf aufmerksam, dass insbesondere die vielen kleinen Wasserkraftwerke ein gravierendes Problem darstellen. Ihre geringe Energieeffizienz und der mäßige klimapolitische Nutzen stehen einer Vielzahl negativer Auswirkungen auf die ökologische Situation der Flüsse und Bäche gegenüber. So wurde verdeutlicht, dass zahlreiche Fische und Wasserorganismen von Turbinen geschädigt oder getötet werden und Naturräume durch Wasserkraftanlagen und Dämme verbaut sind, sodass die Wanderungen der Fische behindert oder gänzlich verhindert werden. Die europäischen Angler, die diese Veranstaltung organisiert hatten, forderten Politiker und Entscheidungsträger dazu auf, diese Aspekte künftig stärker zu berücksichtigen, wenn es um die Erreichung der Energie- und Klimaziele der EU geht oder um die Förderung neuer Wasserkraftprojekte mit öffentlichen Geldern.
                                                                                                                                       
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Besonders brisant stellt sich die Situation auf dem Balkan dar. Einer der Referenten wies darauf hin, dass zwischen Slowenien und Griechenland in den kommenden Jahren mehr als 570 Wasserkraftwerke gebaut werden sollen. Dadurch wären unter anderem etwa 70 Prozent der dort lebenden, sich selbst fortpflanzenden Huchenbestände bedroht. Laut einer Untersuchung der Organisation „Riverwatch“, die rund 35 000 Flusskilometer auf dem Balkan unter die Lupe genommen hat, sind rund 80 Prozent davon in einem sehr guten oder guten Zustand. Innerhalb der EU ist es eher umgekehrt, dort sind fast 80 Prozent der Fließgewässer in einem schlechten Zustand. 
 
Kritik wurde gegenüber einer Vertreterin aus der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission geäußert. Deren Naturschutzabteilung arbeitet unter anderem an einem Leitfaden mit dem Titel „Wasserkraftentwicklung und Natura 2000“. Aus Sicht des Deutschen Angelfischerverbandes und der Europäischen Angler Allianz sowie weiterer Umweltverbände ist ein solches Vorhaben nicht mit den Zielen von FFH- und Wasserrahmenrichtlinie in Einklang zu bringen. Ganz im Gegenteil hat die Wasserkraft großen Anteil am Schrumpfen der Fischbestände und trägt viel dazu bei, dass die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie nur in geringem Maße erreicht werden. 
 
Auch wenn einzelne Aspekte nur angerissen werden konnten, führte die Sitzung doch zu wichtigen Erkenntnissen bei den Teilnehmern. Der portugiesische Abgeordnete Ricardo Serrão Santos sprach in seinem Schlusswort kurz an, dass er bei seinen Flugreisen immer einen Emissionsausgleich zur Begleichung von Klimaschäden bezahlt. Nachdem er nun erfahren hat, dass dieses Geld unter anderem für den Bau von Wasserkraftanlagen verwendet wird, um dadurch angeblich Treibhausgase einzusparen, wird er dies in Zukunft nicht mehr tun. 
 
Dr. Stefan Spahn
Deutscher Angelfischerverband e.V.

Dokumente, Bilder und Präsentationen zur Sitzung des Interparlamentarischen Arbeitsforums für Angelfischerei im Europaparlament sind mit einem KLICK HIER abrufbar.
 

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