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Schüler setzen junge Störe in die Havel

 

Im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes für den Fisch des Jahres 2014 setzten am vergangenen Freitag ca. 150 Schülerinnen und Schüler von Rathenower Grundschulen kleine Störe in die Havel. Es war die letzte Besatzaktion im Jahr des Europäischen Störs.
 
Die Besatzaktion war organisiert worden von Dr. Jörn Gessner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin und von Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin. Außerdem waren weitere Vertreter der Gesellschaft zur Rettung des Störs vor Ort sowie die EU-Parlamentarierin Susanne Melior und Ulrich Hardt, Leiter des Referats für Jagd und Fischerei im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Brandenburg. Mit dabei waren auch die Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV), Dr. Christel Happach-Kasan und DAFV-Geschäftsführer Philipp Freudenberg. Die Präsidentin überreichte die vom DAFV herausgegebene Broschüre „Fisch des Jahres 2014 – Der Europäische Stör“.
 
Der Deutsche Angelfischerverband hatte den Stör zum Fisch des Jahres 2014 gekürt, um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, dass für die zahlreichen wandernden Fischarten die Durchgängigkeit der Flüsse wiederhergestellt werden muss. Denn Flüsse sind Lebensraum für Fische. Auch die Havel hat zahlreiche Querbauwerke, die für Fische unüberwindliche Hindernisse darstellen. 
 
                                                                                                                                       
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Dr. Jörn Gessner, Leiter des Wiederansiedlungsprojekts, zog aus Anlass der Besatzaktion Bilanz und berichtete über eine große Anzahl an ausgesetzten Stören, die von Fischern und Anglern in Ost- und Nordsee gefangen worden waren und anschließend wieder ausgesetzt wurden.  
 
Läuft alles nach Plan, werden einige der ausgesetzten Störe in 12 bis 20 Jahren als imposante Fische auf dem Weg zu ihren Laichgründen in Havel und Spree wieder in Rathenow vorbei kommen. Dank einer Markierung mit Zahlencodierung könnten dann die verantwortlichen Wissenschaftler genau ermitteln, wann und wo so ein Stör einst ausgesetzt worden ist.
 
Die fleißigen jungen Helfer der Besatzaktion werden bis zur Rückkehr „ihrer“ Störe längst erwachsen sein und zum Teil schon eigene Kinder haben. Daran zeigt sich die Langfristigkeit des Wiederansiedlungsprojektes für diese interessante Fischart.
 
Der Stör ist ein Erfolgsmodell der Evolution und wirkt wie ein lebendes Fossil. Seine Vorfahren teilten sich schon vor 200 Millionen Jahren die Erde mit den Sauriern (und überlebten diese). Mit bis zu 5,4 m Länge und einem Gewicht bis 800 kg war der Europäische Stör der größte Fisch in unseren heimischen Gewässern. Havel und Spree zählten vor 150 Jahren noch zu seinem natürlichen Verbreitungsgebiet. Hier befanden sich Laichgründe und damit das „Schlafzimmer“, in dem aus der Nordsee kommende Störe für Nachwuchs sorgten.
 
Noch im Jahr 1868 wurde an der Kurfürstenbrücke in Berlin ein Stör mit mehr als 2 Metern Körperlänge gefangen. Vom Unterlauf der Havel gab es bis ins frühe 20. Jahrhundert einzelne Fangmeldungen. Danach verschwanden die sanften Riesen. Wasserverschmutzung, Gewässerausbau und Stauwehre versperrten den Weg in ihr „Schlafzimmer“. Heute gilt der Atlantische Stör in Deutschland als ausgestorben. Aber das soll nicht so bleiben!
 
Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Binnenfischerei und Gewässerökologie in Berlin haben in Kooperation mit dem französischen Institut für Umweltforschung (Irstea) ein Nachzuchtprogramm mit Elterntieren aus der letzten wildlebenden Population des Europäischen Störs in Frankreich aufgelegt. Die Arbeiten sind Teil eines umfassenden Projektes der Gesellschaft zur Rettung des Störs und ihrer Partner, um den Stör wieder in seine angestammten Lebensräume zurück zu bringen. Seit 2008 wurden zu diesem Zweck rund 13.000 kleine Störkinder in Havel und Elbe ausgewildert. Sie wandern flussabwärts und erobern später die Nordsee und Teile des Atlantischen Ozeans.
 
Im Alter von 12 bis 20 Jahren werden die Störe geschlechtsreif und es zieht sie instinktiv zurück in ihre inzwischen wieder wohnliche Kinderstube. Strenge Umweltauflagen führten zu einer drastischen Verbesserung der Wasserqualität in der Elbe und ihren Nebenflüssen. Am Elbewehr in Geesthacht ermöglicht eine der modernsten Fischtreppen Europas auch den großen Stören den Aufstieg. Aber schon im Mündungsbereich der Havel ist Schluss. Die Schleusen bei Gnevsdorf bzw. Quitzöbel wären gegenwärtig noch die Endstation für mögliche Heimkehrer. In der Unterhavel reihen sich insgesamt zehn solcher für Störe noch unüberwindbaren Bauwerke auf und verhindern die Rückkehr der Störe in die Spree.
 
In einem gemeinsamen Positionspapier haben sich Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt kürzlich gegenüber dem Bund zu ihrer Verantwortung für den Europäischen Stör bekannt. Ein wichtiger Schritt, um auch den Bund mit ins Boot zu holen. Zur Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit von Havel und Spree gemäß der EU-Wasserrahmen-Richtlinie sind erhebliche Investitionen nötig. Am Ende werden davon neben dem Stör auch andere typische Fluss- und Wanderfischarten wie der Atlantische Lachs, das Flussneunauge oder der Nordseeschnäpel, die in der Havel heimisch waren, profitieren und zu einer typischen, vielfältigen Fischartengemeinschaft beitragen.
 

AdmirorGallery 4.5.0, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.


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