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Zukunft für den Dorsch in der Ostsee: Konstruktiver Meinungsaustausch mit EU-Kommission

Am 1. Oktober 2015 kamen Vertreter des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV) und der European Anglers Alliance (EAA) in Brüssel zu Gesprächen mit dem Direktor der Generaldirektion Fischerei und Maritime Angelegenheiten der EU-Kommission, Bernhard Friess, zusammen. Es ging dabei um nichts weniger als die Zukunft des Dorschbestandes in der Westlichen Ostsee. Dieser ist zwar auf dem Wege der Erholung, aber laut Kommission immer noch überfischt. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) gibt jährlich Managementempfehlungen heraus. Er hatte jüngst für das Jahr 2016 eine drastische Kürzung der Fangquote vorgeschlagen. Die ICES-Empfehlung weist darüber hinaus erstmals eine Höchstfangmenge für die Angelfischerei aus.
                                                                                                                                       
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Die Delegation des DAFV, bestehend aus der Dr. Christel Happach-Kasan, Philipp Freudenberg und Dr. Stefan Spahn, hob zunächst die Bedeutung des Dorsches als wichtigen Zielfisch der Ostseeangler hervor. Diese kämen nicht nur aus den Ostseeanrainerländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sondern zu etwa 70% aus dem übrigen Bundesgebiet. Schon deshalb sei man an einem guten Zustand des Dorschbestands interessiert.
 
Der DAFV und seine europäischen Partner sprachen sich jedoch klar gegen Fangquoten für Angler oder zusätzliche nicht zielführende Regulierungen der Angelfischerei aus. Statt einer Erholung des Dorschbestands würde dadurch wahrscheinlich lediglich eine Vielzahl neuer Vorschriften geschaffen, die letztendlich nur zu einem Mehr an Bürokratie und Kosten führen würden. Zudem würde die Tourismusbranche geschädigt, für die die Angelfischerei ein wichtiges Standbein ist. Unverhältnismäßige Einschränkungen könnten dazu führen, dass die Dorschfischerei an Attraktivität verliert, wodurch viele Übernachtungen, Einnahmen und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze wegfallen würden, führten die Vertreter der Angelfischerei weiter aus. In diesem Zusammenhang informierten die Anglerverbandsvertreter über die immense sozio-ökonomische Bedeutung der Angelfischerei allgemein und speziell in den Küstenländern.
 
Immer wieder ist derzeit die Idee zu vernehmen, die aktuellen Regulierungen, insbesondere Tagesfanglimitierungen, für den Wolfsbarsch in Westeuropa auf den Dorschfang in der Ostsee zu übertragen. Die Anglerverbandsvertreter in Brüssel warnten vor der Annahme, dass Wolfsbarsch und Dorsch bzw. die Angelfischerei auf diese Fischarten ohne Weiteres miteinander vergleichbar wären und rieten unter Darlegung verschiedener Gründe von einem Tagesfanglimit für Dorschangler in der Ostsee ab.
 
Pauschale Schonzeiten für den Dorsch für die gesamte Ostsee sind nicht sinnvoll, da der Dorsch in lokal begrenzten Gebieten zu unterschiedlichen Zeiten laicht. Die Fischerei auf Dorsch sollte dies im Hinblick auf das Ziel der Erholung des Bestandes für eine Verbesserung der Fangmöglichkeiten beachten. Schonzeiten sollten sich gegebenenfalls an den tatsächlichen Laichzeiten in den jeweiligen Laichgebieten sowie an regionalen Gegebenheiten orientieren. Angler in Deutschland verzichten schon seit vielen Jahren in großem Umfang freiwillig auf das Angeln während der Laichzeit in den Gebieten mit größeren Tiefen, in denen sich die Dorsche zur Fortpflanzung sammeln.
 
Wichtig erschien es den Anglervertretern, die unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Fischerei in den drei Untergebieten der Westlichen Ostsee darzustellen. Es wurde die Empfehlung ausgesprochen, diese bei Managementüberlegungen zu berücksichtigen.
 
Einer Harmonisierung des Mindestmaßes für geangelten Ostseedorsch wie in Deutschland könnten sich die Vertreter des dänischen und des schwedischen Anglerverbandes durchaus anschließen.
 
Direktor Bernhard Friess sagte, dass seine aus dem für ihn wichtigen Gespräch neu gewonnenen Erkenntnisse in die weiteren Beratungen der Kommission einfließen werden. Außerdem wolle er zusammen mit Vertretern der Wissenschaft prüfen, ob strenge Einschnitte bei der Dorschfischerei tatsächlich nötig und sinnvoll sind oder ob ein moderates Vorgehen für das Erreichen des sogenannten Höchstmöglichen Dauerertrags beim Dorsch in der Westlich Ostsee geeigneter wäre. Am 22. Oktober 2015 will die Kommission dem EU-Ministerrat ihre Empfehlungen vorlegen, der dann darüber entscheiden wird. 
 
 
Dr. Christel Happach-Kasan, Philipp Freudenberg, Dr. Stefan Spahn
Deutscher Angelfischerverband e.V.
 

AdmirorGallery 4.5.0, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.


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