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Eine Insel für den Stör: Minister schickte Jungstöre in Geesthacht auf die Reise

250 kleine Störe wurden im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes am 24. April 2015 in die Elbe entlassen. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und Vertreter der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V. haben gemeinsam mit Landesumweltminister Dr. Robert Habeck Bilanz gezogen und aufgezeigt, was für die Rückkehr dieser vom Aussterben bedrohten Fischart noch getan werden muss. Der Ort ist mit Bedacht gewählt: Geesthacht könnte den Stören künftig eine neue Heimat bieten. Die Veranstaltung fand statt auf dem Gelände an der Elbe, das vom LSFV Schleswig-Holstein, vom LSFV Niedersachsen und dem Fischer Eckhard Panz gemeinsam zur fischereilichen Nutzung gepachtet ist. 
 
An der Besatzaktion in Geesthacht nahm auch die Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV), Dr. Christel Happach-Kasan, teil. Der DAFV ist Mitglied in der Gesellschaft zur Rettung des Störs e.V., und er hatte in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Verband Deutscher Sporttaucher e.V. und dem Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz den Stör zum Fisch des Jahres 2014 gewählt.  „Ich freue mich, dass auch das Land Schleswig-Holstein sich für die Rettung des Störs engagiert.  Wir brauchen Bündnispartner, die dafür sorgen, dass unsere Flüsse durchgängig sind und den heimischen Fischarten Laichhabitate bieten. Wichtig für das Projekt ist es, dass Angler und Fischer gefangene Störe zurücksetzen und über ihren Fang das IGB informieren.  Die in unserer Störbroschüre aufgelisteten Fangmeldungen zeigen, dass das Projekt auf einem guten Weg ist. Aber wir brauchen einen langen Atem, denn es wird wohl 20 Jahre dauern, bis die Störe zurückkehren.“ Das Land Schleswig-Holstein hat wie der DAFV eine Veröffentlichung zum Stör herausgegeben. Das erste Bild in der Galerie (s.u.) zeigt den Autor Siegfried Spratte (rechts) mit Dr. Robert Habeck, Dr. Christel Happach-Kasan und im Hintergrund Dr. Volker Manow. 
 
Zehn Monate alt und etwa 25 cm lang sind die Tiere, die am 24. April ins Wasser der Elbe entlassen wurden. Bereits über 17.000 solcher kleinen Störe wurden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans „Europäischer Stör“ seit 2008 in die Elbe und ihre Nebenflüsse gesetzt. „Die Besatzmaßnahmen sind die Grundlage, um eines Tages wieder freilebende Bestände in unseren Flüssen zu etablieren“, erklärt Dr. Jörn Geßner, der das Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin koordiniert. Wie die seit Beginn des Besatzes steigende Zahl der Fangmeldungen in der Fluss- und Küstenfischerei zeigt, finden die Tiere im Elbegebiet schon jetzt gute Lebensbedingungen.
                                                                                                                                       
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Fische mit Heimatsinn
 
Störe verbringen zwar den Großteil ihres Lebens im Meer, vermehren sich aber im Süßwasser. Auf diese Heimatgewässer sind sie geprägt und kehren dorthin zurück, wo sie selbst aus dem Ei schlüpften und ihre ersten Schwimmversuche machten. Damit auch die Zuchtstöre eine solche Verbundenheit entwickeln können, müssen sie in Flusswasser aufgezogen werden. „Im Idealfall ziehen z.B. Fischer die kleinen Störe direkt vor Ort auf“, erklärt der Biologe. Entsprechende Entwicklungsarbeiten laufen derzeit im Odergebiet in einem vergleichbaren Vorhaben.
 
Die Erfolge bei der Nachzucht haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Bestand potenzieller Elterntiere auf aktuell mehr als 900 angewachsen ist. „Der Platz am IGB, wo die Tiere bisher untergebracht sind, wird langsam eng“, erklärt Geßner. „Der Ausbau der bestehenden Kapazitäten ist deshalb dringend notwendig, um eine sichere und erweiterbare Lösung für die Haltung der Störe zu schaffen.“ Für eine solche Anlage favorisieren die Wissenschaftler einen Standort in unmittelbarer Elb-Nähe.
 
Geesthacht: ein neues zu Hause für Laich- und Jungstöre
 
„Für die Elterntierhaltung und Vermehrung des Europäischen Störs ist Geesthacht der ideale Ort“, sagt Geßner. Dafür spräche u.a. die unmittelbare Nähe zur einzigen störgängigen Fischtreppe Europas, die am Nordufer der Elbe einen sicheren und einfachen Zugriff auf die rückkehrenden Elterntiere ermöglichen würde. Damit ließe sich der Laichfischbestand später relativ problemlos erweitern. Die Nutzung von Elbwasser würde zudem eine frühe Anpassung der Jungfische an die Lebensbedingungen des Besatzgewässers ermöglichen und, noch wichtiger, eine frühe und sichere Prägung der Jungtiere auf ihr Heimatgewässer sicherstellen. „Die zentrale Lage Geesthachts zwischen den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg bietet darüber hinaus Potenzial für eine stärkere Einbeziehung weiterer Partner und somit für das Gelingen dieser Mammutaufgabe“, stellt Gessner in Aussicht.
 

AdmirorGallery 4.5.0, author/s Vasiljevski & Kekeljevic.


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