Fischartenschutz mehr Nachdruck verleihen – EAA will Diskussion um den Kormoran beleben

Arbeitsgruppentreffen der European Anglers Alliance (EAA) in Göteborg
Arbeitsgruppentreffen der European Anglers Alliance (EAA) in Göteborg Foto: DAFV, Olaf Lindner

Die European Anglers Alliance (EAA) hat auf ihrem Arbeitsgruppentreffen Ende April, im schwedischen Göteborg, für eine Anpassung des Schutzstatus des Kormorans an seine Bestandentwicklung plädiert.

Konkret fordert die EAA, dass Arten (nicht ausschließlich der Kormoran), die in FFH- oder Vogelschutzrichtlinie als besonders schützenswert gelistet sind, den guten Erhaltungszustand aber inzwischen erreicht oder sogar übertroffen haben und für andere Arten zu einer Bedrohung werden wirksamer reguliert werden können. Für ein effektives Management muss daher ihr Schutzstatus regelmäßig dem Erhaltungszustand angepasst werden. Dies erfordert unbürokratische Verfahren zu den Anhängen der Vogelschutz- und FFH-Richtlinie, damit Maßnahmen im Bezug auf solche Arten von den Mitgliedsstaaten wirksam durchgeführt werden können. De DAFV hat sich innerhalb der EAA massiv für diese Position eingesetzt, da die derzeitige Regelung, den durch die wachsenden Kormoranbestände verursachten ökologischen und wirtschaftlichen Schäden mit Ausnahmegenehmigungen gemäß Artikel 9 der EU-Vogelschutzrichtlinie zu begegnen, mehr als unbefriedigend ist.

Gemeinsamer Aktionsplan

Einen Aktionsplan der das Kormoranmanagement der EU aus der Sackgasse führen könnte, haben die skandinavischen Partnerverbände des DAFV entwickelt. Neben den bekannten Grundforderungen der Angelfischerei nach einer Begrenzung der Kormoranpopulationen wurden in dem Positionspapier auch Grundideen zum praktischen Vorgehen auf Ebene der Entscheidungsträger gefordert. So soll zum Beispiel ein länderübergreifendes Forum auf behördlicher Ebene ins Leben gerufen werden, in dem Erfahrungen und Wissen ausgetauscht und gemeinsame Maßgaben zur Durchführung von Managementmaßnahmen vorgegeben werden. Zudem sollen nationale Räte eingerichtet werden (in Dänemark bereits geschehen), in denen sich Anglerorganisationen und andere Interessenvertreter aktiv an den nationalen Managementvorhaben hinsichtlich der Kormoranpopulationen beteiligen können.
Der DAFV hält die skandinavische Initiative für begrüßenswert und will sich, wenn möglich, daran beteiligen. Um dem Thema Gehör im Europäischen Politik zu verschaffen soll eigens dazu, im Rahmen des interparlamentarischen Forums für Angelfischerei im Europaparlament, eine Tagung abgehalten werden. Voraussichtlicher Termin hierfür ist der 18. September 2018 (weitere Informationen hierzu folgen). Am EAA Arbeitsgruppentreffen in Göteborg nahmen für den DAFV Olaf Lindner und Dr. Stefan Spahn teil. Weitere wichtige Themen waren u.a. der Umgang mit sog. Tierrechtsorganisationen, der z.T. kontroverse Umgang mit der Aalproblematik auf europäischer Ebene und der Weg der Angelfischerei in die Gemeinsame Europäische Fischereipolitik.

Letzte Änderung am Montag, 07 Mai 2018 11:34
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