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Deutschland übernimmt EU-Ratspräsidentschaft - DAFV zu Gesprächen in Bonn und Brüssel

Am 1. Juli hat Deutschland den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Was das für die Angelfischerei bedeuten kann und welche inhaltlichen Standpunkte der DAFV dazu vertritt, haben Geschäftsführer Alexander Seggelke und Dr. Stefan Spahn mit Vertretern der Bundesregierung und des Europaparlaments erörtert.

Im Rahmen seiner Ratspräsidentschaft muss Deutschland jetzt die Arbeit des Europäischen Ministerrats koordinieren und ihn in den Verhandlungen mit anderen EU-Organen und nach außen vertreten. Zwar muss man sich hierbei neutral verhalten, kann aber voraussichtlich eigene Akzente setzen. Deshalb stand am vergangenen Donnerstag ein Antrittsbesuch im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in Bonn auf dem Programm. Zum einen galt es den neuen Referatsleiter für den Bereich „Seefischereimanagement“, Bernd Söntgerath, und seinen Mitarbeiterstab kennenzulernen. Zum anderen standen wichtige Sachthemen aus der gemeinsamen Europäischen Fischereipolitik, wie z.B. das Bag-Limit für Dorsch oder die Fangdatenerfassung in der Freizeitfischerei auf dem Programm. In diesem Rahmen konnten die Vertreter des DAFV auch die Hintergründe und Zusammenhänge für die vom Bundeverband geforderte Anhebung des „Dorsch-Bag-Limits“, in der westlichen Ostsee, von 5 auf 6 Exemplare für das kommende Jahr erläutern und im Gesamtkontext darstellen. Im Übrigen konnte das Zusammentreffen von den DAFV Vertretern auch dazu genutzt werden, um noch einmal zu verdeutlichen, dass es sich bei der Angelfischerei zwar um eine Freizeitbeschäftigung handelt, die aber aufgrund der gewachsenen ökonomischen und sozialen Bedeutung, gerade auch in der Corona-Krise, grundsätzlich stärker zu berücksichtigen und zu fördern ist. Mit dem Treffen im BMEL wurden die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die konstruktiven Gespräche der Vorjahre weitergeführt und der DAFV hofft auch für die Zukunft die guten Beziehungen festigen und erweitern zu können.

Dorsch in der Ostsee – Vor den Verhandlungen

P1040297In Brüssel stand am darauffolgenden Freitag ein Treffen mit dem Europaabgeordneten Niclas Herbst (CDU) auf dem Programm. Er ist das einzige ordentliche Mitglied aus Deutschland im Fischereiausschuss des Europaparlaments. Zudem hat er im vergangenen Januar den Vorsitz im Interparlamentarischen Forum für Angelfischerei im Europaparlament (RecFish – Forum) übernommen. Natürlich war das Thema Ostseedorsch auch im Gespräch mit ihm hoch oben angesiedelt. Traditionell steht auf EU - Ebene im zweiten Halbjahr die Festlegung der Fangquoten für das folgende Jahr auf der Tagesordnung. Die Quoten für die verschiedenen Meeresregionen werden im Oktober und im Dezember verhandelt. Eine zentrale Rolle im Vorfeld der EU-Entscheidungen nehmen die Informellen Trilog-Verhandlungen zwischen Vertretern des Rates und des Europäischen Parlaments unter Vermittlung der Kommission ein. Deshalb war es wichtig, direkt zu Beginn der Verhandlungen mit Niclas Herbst, der an den Verhandlungen teilnimmt, zusammenzutreffen, um die Position des DAFV hinsichtlich des Ostseedorsches noch einmal zu verdeutlichen. Das Verfahren zur Festlegung der Fangqoten für die Berufsfischerei und möglicher Tagesfangbeschränkungen / Bag-Limits für die Freizeitfischerei ist umfangreich und komplex. Die Brüsseler EU-Kommission schlägt den EU-Ländern üblicherweise im August konkrete Fangquoten/Bag-Limits vor. Diese müssen dann formal durch das Europäische Parlament und den Rat gebilligt werden. Die Trilog-Gespräche dienen dazu, zeitnah Kompromisse bezüglich der Fangmengen zu finden, die schlussendlich vom EU-Ministerrat beschlossen werden.

Sozio-ökonomische Bedeutung der Angelfischerei

Als weiteres hat der DAFV mit Niclas Herbst über die ökonomische und soziale Bedeutung der Angelfischerei diskutiert. Gerade in Zeiten der Corona Pandemie und den damit einhergehenden Beschränkungen scheint die Angelfischerei einen Boom zu erleben. In vielen europäischen Ländern wird ein enormer Anstieg der Verkäufe von Angelerlaubnisscheinen und -lizenzen verzeichnet. Der schwedische Anglerverband Sportfiskarna meldete im April eine 70-prozentige Steigerung der Angelscheinverkäufe im Vergleich zum Vorjahr und im Mai sogar eine Erhöhung von 160 Prozent. Viele Petrijünger, die jahrelang nicht geangelt haben, kehren scheinbar zum Angeln zurück. Aber es gibt auch viele Menschen, die mit dem Angeln beginnen (wollen). Gerade In diesen schwierigen Zeiten hat das Angeln in Bezug auf soziales, gesundheitliches und wirtschaftliches Wohlergehen viel zu bieten. 9 Millionen Meeresangler in Europa, die mit ihrem Hobby jährlich für 10 Milliarden Euro wirtschaftlichen Umsatz gesorgt und rund 100 000 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert haben, haben schon vor der Corona-Pandemie in einzelnen Studien einen deutlichen Hinweis darauf gegeben, dass die Angelfischerei ein sehr wichtiger Faktor für die Wirtschaft zahlreicher Regionen und Länder ist. Nun, in Krisenzeiten, wo es immer mehr Menschen zum Angeln an die Gewässer treibt, wäre es der organisierten Angelfischerei in Europa angebracht, dass die Politik ein stärkeres Augenmerk auf die positiven Effekte richtet, welche die Angelfischerei mit sich bringt. Aus diesem Grund wird die European Anglers Alliance (EAA) und der Europaverband der Angelgerätehersteller (EFTTA) im Rahmen des Interparlamentarischen Forums für Angelfischerei im Europaparlament eine Videokonferenz zum Thema „Wie kann die Fischerei zur Erholung des EU-Tourismussektors beitragen?“ abhalten. Sie findet am 16. Juli 22020 unter dem Vorsitz des EU-Abgeordneten Niclas Herbst statt.

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Juli 2020 20:09
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