Europaarbeit

Anhörung im Fischereiausschuss des EU-Parlaments: Sowohl die nachhaltige Nutzung von als auch der faire Zugang zu Fischbeständen erfordert bessere Daten zur Freizeitfischerei

Am 30. November veranstaltete der Fischereiausschuss (PECH) des Europäischen Parlaments eine öffentliche Anhörung zum Thema "Datenerhebung und Freizeitfischerei". Die Sitzung bot Gelegenheit, auf den gravierenden Datenmangel bezüglich der Freizeitfischerei hinzuweisen.

Der Europäische Anglerverband (EAA) und der Europäische Verband der Angelgeräte-Händler (EFTTA), forderten nachdrücklich eine umfassende europaweite Erhebung im 5-Jahres-Rhythmus, um den wirtschaftlichen und sozialen Wert des Freizeitfischereisektors regelmäßig zu bewerten. Bessere Daten über die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Freizeitfischerei sind unerlässlich, um das Management der Freizeitfischerei zu verbessern und die Ziele der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) zu erreichen. EAA und EFTTA forderten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments außerdem dazu auf, sich für die Einbeziehung der Freizeitfischerei in die GFP als integralen Sektor einzusetzen.

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DAFV legt erneut Beschwerde in Brüssel ein – öffentlicher Brief an den EU-Vizepräsident Frans Timmermanns

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV) hat am 8. Dezember 2021 erneut Beschwerde bei der Europäischen Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.

Hierbei geht es um die aus Sicht des DAFV unzulässigen Genehmigungen von Wasserkraftprojekten, Konzessionsverlängerungen und die Erweiterungen von bestehenden Anlagen. Dazu kommt der geplante Ausbau von Elbe und Oder.

Nach Auffassung des DAFV wurde die Richtlinie 2018/2001 im Wasserhaushaltsgesetz § 11 a in Deutschland rechtswidrig in nationales Recht umgesetzt.

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EU-Kommission schlägt KEIN europaweites Aal-Fangverbot vor

Wie heute auf einer Webseite der EU vermeldet wurde, greift die EU-Kommission in einem sogenannten "non-paper" für das Treffen des Rates für Landwirtschaft und Fischerei am 12. und 13. Dezember 2021 die Forderung des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES), jeglichen Aalfang europaweit einzustellen, NICHT auf. Stattdessen schlägt die EU-Kommission vor, die jährliche, 3-monatige Fangsperre der vergangenen Jahre fortzuführen und in 2022 eine Befragung der Interessengruppen durchzuführen (stakeholder-based consultation).

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ICES empfiehlt pauschales, europaweites Fangverbot für den Europäischen Aal

In der am 04.11.2021 veröffentlichten Fangempfehlung für den Europäischen Aal, fordert der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) erstmals explizit die Einstellung jeglicher Aal-Fischerei für 2022. Das geplante Fangverbot bezieht sich auf Berufs- und Freizeitfischerei und beinhaltet auch die Glasaalfischerei für Besatzmaßnahmen und Aquakultur.

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Fangmöglichkeiten auf Dorsch und Lachs werden 2022 in der Ostsee stark eingeschränkt

Es hat sich nun final bestätigt, dass Angler im kommenden Jahr in der westlichen Ostsee jeweils einen Dorsch und in der gesamten Ostsee einen Lachs am Tag entnehmen dürfen. Die entsprechende Verordnung zur Festsetzung der Fangmöglichkeiten in der Ostsee für 2022 (Verordnung (EU) 2021/1888) wurde am 27. Oktober veröffentlicht. Grundlage für die Verordnung waren Verhandlungen der EU-Fischereiminister in ihrer Sitzung am 11. und 12. Oktober 2021 in Luxemburg. Damit gelten 2022 für die Freizeitfischerei erwartungsgemäß andere Regelungen als im laufenden Jahr.

Laut der neuen Verordnung soll für die Freizeitfischerei, entgegen den Forderungen der Angelfischerverbände, nur die Entnahme von einem Lachs pro Angler, pro Tag und Boot  mit einer abgeschnittenen Fettflosse (fin-clipped) gestattet sein. Um Verwechslungen mit anderen Salmoniden vorzubeugen, müssen alle an Bord behaltenen Exemplare jeder Fischart ganz angelandet werden. Nördlich von 59°30’N bleibt die Freizeitfischerei auf Lachs innerhalb der vier Seemeilen-Grenze vom 1. Mai bis zum 31. August ohne Einschränkungen.

Die Fischerei auf Meerforelle ist mit Inkrafttreten der Verordnung außerhalb der vier Seemeilen-Grenze in den Unterdivisionen 22-32 vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 verboten.

Das bag-limit von einem Dorsch pro Fischer und Tag bezieht sich auf die Unterdivisionen 22, 23 und 24 (westliche Ostsee) innerhalb von sechs Seemeilen. Zusätzlich wird es für den Dorsch eine Schonzeit für den Zeitraum vom 15. Januar bis 31. März geben.

Der DAFV hatte sich aufgrund der ICES Fangempfehlungen in Abstimmung mit den Verbänden aus Dänemark und Schweden für eine Reduzierung der Tagesfangentnahme durch Angler und konsequente Schonzeiten für den Dorsch, ausgesprochen. Beim Lachs forderte der DAFV ebenfalls in Abstimmung mit Schweden und Dänemark und entgegen der Empfehlung des ICES, die Angelfischerei auf die vermischten Bestände in der Ostsee 2022 nicht zu verbieten.

Beate Kasch dazu in der Pressemitteilung des BMEL: „Obwohl wir wissen, was für ein harter Schlag das für unsere Ostseefischer ist, ist es doch die einzige Chance, diese Bestände wieder aufzubauen. Denn nur so können wir den Ostseefischern ihre Existenzgrundlage perspektivisch sichern. Es geht jetzt darum, der Fischerei in dieser schwierigen Situation überhaupt eine Chance zu geben. Wir als Bundesministerium laden zu einem runden Tisch ein, um gemeinsam mit der Branche und weiteren Beteiligten Lösungen zu entwickeln“.

Dazu Alexander Seggelke Geschäftsführer des DAFV: "Die beschlossenen Einschränkungen sind hart für alle Beteiligten. Es war absehbar, dass es bei den aktuellen Empfehlungen des internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) nur darum gehen konnte, die Freizeitfischerei beim Dorsch zumindest auf einem geringen Niveau aufrecht zu erhalten und die Bestände in der Zukunft während der Laichzeit konsequent zu schonen - das ist zumindest gelungen. Der DAFV hat sich dazu vorab mit den Landesverbänden, den Angelverbänden aus Schweden und Dänemark und unserem Ministerium (BMEL) eng abgestimmt.

Die Empfehlung des ICES für den Lachs, die Freizeitfischerei im Meer bei steigenden Beständen ganz zu verbieten, ist dagegen kaum einzusehen. Man hat wenige Wochen vor den Verhandlungen den gesamten Managementansatz verändert. Die Argumentation, die gesamte Ostseefischerei auf Lachs für den schlechten Zustand weniger Zuflüsse in Gesamthaftung zu nehmen, ist aus unserer Sicht weder zielführend noch verhältnismäßig. Das Verbot konnte mit der Entnahme von einem Lachs pro Tag und Angler in 2022 zwar abgewendet werden, aber die Vorgabe das in Zukunft nur noch „Besatzfische“ mit abgeschnittener Fettflosse entnommen werden dürfen, halten wir nach wie vor für falsch.“

Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Oktober 2021 13:36

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