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Wasserrahmenrichtlinie wird nicht geändert

Wasserrahmenrichtlinie wird nicht geändert

In einer Erklärung in dem EU-Magazin POLITICO bestätigte jetzt der EU-Kommissar für Umwelt, Ozeane und Fischerei, Virginijus Sinkevičius, dass die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) nicht zur Überarbeitung geöffnet und aufgeweicht wird. Weiter bekräftigte er, dass sich die Bemühungen nun darauf konzentrieren werden, Lücken bei der Umsetzung und Durchsetzung zu schließen, um die Ziele der WRRL zu erreichen. Damit ist die Botschaft der Kommission klar: Die WRRL ist ein wesentlicher Teil der EU-Umweltgesetzgebung und wird in ihrer jetzigen Form beibehalten.

EU-weite Kampagne zur Wasserrahmenrichtlinie

Die Bestätigung ist ein großer Erfolg, der unter anderem durch die Kampagne #ProtectWater bewirkt wurde. Im Laufe eines zweijährigen Bewertungsprozesses forderten mehr als 375.000 Bürgerinnen und Bürger, dass das Gesetz in seiner jetzigen Form beibehalten und von ihren Regierungen besser umgesetzt wird. Es war eine der größten Öffentlichkeitsbeteiligungen in der Geschichte der Europäischen Union. Neben dem DAFV und der EAA, hatten sich über 100 weitere Umweltorganisationen für den Erhalt der Richtlinie stark gemacht.

Angler stehen für Gewässer und gesunde Fischbestände ein

Jeder Angler in Deutschland hatte die Möglichkeit, mit wenigen Klicks die Initiative zu unterstützen. Der DAFV hatte sich in Zusammenarbeit mit namhaften Anglern maßgeblich in die Kampagne eingebracht und gemeinsam über 11.000 Stimmen für den Erhalt der WRRL und damit mit Abstand die meisten Stimmen von Anglern in Europa mobilisiert. „Es war die erste digital begleitete Kampagne des DAFV. Unser Dank geht an die Multiplikatoren der Szene und alle Anglerinnen und Angler, die ihre Stimme eingebracht haben. Nach dem politischen Bekenntnis muss jetzt die nationale Umsetzung erfolgen“, sagt Alexander Seggelke, Geschäftsführer des DAFV.

Zielerreichung bis 2027

Die WRRL ist eine der ehrgeizigsten und ganzheitlichsten Umweltgesetzgebungen der EU und setzt das Ziel, bis spätestens 2027, einhundert Prozent der Süßwasser-Ökosysteme der EU in gutem Zustand zu haben. Die EU will dieses Ziel erreichen, um ihre Wasserressourcen zu erhalten und sicherzustellen, dass sich Europa an den Klimawandel anpassen kann. Doch die Umsetzung in den Mitgliedstaaten war schwach und der politische Wille, das Gesetz in der Praxis umzusetzen, gering. Zudem hat es von einigen Lobbygruppen und der Industrie auch Druck gegeben, die Gesetzgebung zu schwächen.

Details zu der Kampagne #Protectwater finden Sie auf der Webseite des DAFV unter https://www.dafv.de/projekte/protectwater

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Juni 2020 10:11