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Es gibt Meisterschaften, die vor allem wegen neuer Rekorde in Erinnerung bleiben. Andere Meisterschaften bleiben wegen ihrer Spannung in Erinnerung. Bremen gehörte zweifellos zur zweiten Kategorie. Immer wieder entschieden wenige Zentimeter oder Sekunden über Sieg und Niederlage, Favoriten wurden bis zum letzten Wurf gefordert und der Kampf um die Mehrkampftitel blieb bis zum Ende offen. Die 69. Offenen Deutschen Meisterschaften sowie die 54. Deutschen Seniorenmeisterschaften boten zwei Wettkampftage, die eindrucksvoll zeigten, wie hoch das Niveau im internationalen Castingsport derzeit ist.

48 Athletinnen und Athleten gingen an den Start. Gemeinsam mit den Gaststartern aus Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik entwickelte sich ein hochklassiges Teilnehmerfeld, das den offenen Meisterschaften mehr als gerecht wurde. Angenehme Temperaturen, eine leichte Brise, eine hervorragende Organisation, beste Verpflegung und ein stimmungsvoller Festabend rundeten eine rundum gelungene Veranstaltung ab.

Die Geschichte des Wochenendes schrieb vor allem der Herren-Allround. Nach dem ersten Wettkampftag schien Robert Mík kaum zu schlagen. Der Tscheche dominierte das Geschehen eindrucksvoll, gewann sowohl den Fünfkampf als auch den Siebenkampf und unterstrich damit seine außergewöhnliche Klasse. Doch entschieden wird ein Allround erst nach der letzten Disziplin. Heinz-Maire Hensge, seit vielen Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Castingsportler, ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit konstant starken Leistungen arbeitete er sich am zweiten Wettkampftag Schritt für Schritt heran und drehte den Wettkampf tatsächlich noch. Nach neun Disziplinen trennten beide lediglich 3,45 Punkte – spannender hätte ein Allround kaum entschieden werden können. 

Neben dem spannenden Mehrkampf sorgten auch die Einzeldisziplinen für zahlreiche Höhepunkte. In Fliege Weit Einhand setzte Robert Mík bereits im Vorkampf ein deutliches Ausrufezeichen. Im Finale zeigte Michael Harter jedoch seine ganze Klasse und sicherte sich mit einer starken Leistung den Deutschen Meistertitel.

Dass bei einer Deutschen Meisterschaft jederzeit Überraschungen möglich sind, bewies auch Leander Gleinser in 18 g Gewicht Weit Zweihand. Jens Nagel galt nach einem starken Vorkampf erneut als Favorit auf den Titel. Im Finale gelang es ihm diesmal jedoch nicht, an seine gewohnt außergewöhnlichen Weiten anzuknüpfen. Diese Chance nutzte Leander Gleinser und setzte sich im entscheidenden Finale durch.

Auch Christian Zinner aus Österreich gehörte zu den erfolgreichsten Athleten der Meisterschaft. Mit zwei Goldmedaillen sowie Bronze im Fünfkampf zeigte er ein sehr starkes Wettkampfwochenende. Eine nahezu perfekte Vorstellung gelang außerdem Markus Kläusler, der in Multi Ziel mit 100 Punkten in nur 1:48 Minuten beeindruckte.

Wie eng die Entscheidungen ausfielen, zeigte sich auch in weiteren Disziplinen. Im Finale von Gewicht Zielerreichten gleich drei Athleten die Maximalpunktzahl von 100 Punkten. Über Gold, Silber und Bronze entschieden am Ende lediglich zwölf Sekunden. Eine echte Seltenheit gab es zudem in Gewicht Weit Einhand, wo Heinz-Maire Hensge und Ralf Stein mit identischer Weite gemeinsam die Bronzemedaille gewannen.

Auch bei den Damen wurden Leistungen auf internationalem Spitzenniveau gezeigt. Lucie Kepáková aus Tschechien prägte die Wettkämpfe mit mehreren Einzelsiegen und gewann am Ende verdient den Allround. Besonders bemerkenswert: Trotz einer Nullwertung in Gewicht Weit Einhand reichte ihre außergewöhnliche Konstanz in den übrigen Disziplinen zum Gesamtsieg. Gleichzeitig setzte Janet Stein ein starkes Ausrufezeichen aus deutscher Sicht. Mit dem Gewinn des Fünfkampfs sowie den Titeln in Gewicht Ziel und Gewicht Weit Einhand überzeugte sie auf ganzer Linie und machte den Damen-Allround bis zum Schluss spannend. Am Ende trennten sie und Kepáková lediglich 3,245 Punkte.

Zu den herausragenden Leistungen der Meisterschaft zählte auch der Auftritt von Olaf Ebeling. Der S2-Athlet gewann nicht nur den Fünfkampf, den Siebenkampf und den Allround seiner Altersklasse. Seine Punktzahlen lagen in allen drei Mehrkämpfen sogar über denen der jeweiligen Sieger der jüngeren Seniorenklasse S1. Damit zählte Olaf Ebeling zweifellos zu den herausragenden Athleten dieser Deutschen Meisterschaften.

Abgerundet wurden die Titelkämpfe durch die Mannschaftswertungen, in denen ebenfalls bis zum Schluss um jeden Punkt gekämpft wurde. Mit dem Landesverband Schleswig-Holstein hatte die Mannschaftswertung einen verdienten Sieger, der mit konstant starken Leistungen über beide Wettkampftage überzeugte.

Wenn am Ende eines Meisterschaftswochenendes nicht Rekorde, sondern packende Duelle, außergewöhnliche Leistungen und Entscheidungen bis zum letzten Wurf in Erinnerung bleiben, dann spricht das für die Qualität eines Wettbewerbs. Genau das machte die Deutschen Meisterschaften 2026 in Bremen zu einem Wettbewerb, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der DAFV bedankt sich herzlich beim Landesfischereiverband Bremen e.V. für die hervorragende Ausrichtung der Meisterschaften. Ebenso gilt der Dank den vielen Helferinnen und Helfern sowie den Kampfrichterinnen und Kampfrichtern, die mit ihrem Einsatz diese rundum gelungene Veranstaltung erst möglich gemacht haben. 

Ein besonderer Dank gilt außerdem unserem langjährigen Partner STROFT Fishing Lines, dessen Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur Förderung des Castingsports im Deutschen Angelfischerverband leistet.

 

 

Siegerehrung Damen (v.l.n.r. Bianca Heyner, Lucie Kepakova, Janet Stein, Kathleen Ehrke, Thomas Edel) (Foto: Thomas Wunsch) Jan Neumann (links) und Leander Gleinser bei Disziplin 3  (Foto: Thomas Wunsch)
Siegerehrung Damen (v.l.n.r. Bianca Heyner, Lucie Kepakova, Janet Stein,
Kathleen Ehrke, Thomas Edel) (Foto: Thomas Wunsch)
Jan Neumann (links) und Leander Gleinser bei Disziplin 3  (Foto: Thomas Wunsch)

Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV)

DeutschlandkarteDer Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 530.000 organisierten Mitgliedern. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

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