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Die anhaltend hohen Kormoranbestände in Mitteleuropa werden mittlerweile als natürliche Bestandsrückkehr und stabil angesehen. Das sie historisch weder belegt noch "normal" sind, wirkt sich Jahr für Jahr negativ auf die heimischen Fischbestände aus. Diesen Winter wurde das Problem noch einmal besonders deutlich.
Die anhaltend hohen Kormoranbestände in Mitteleuropa werden mittlerweile als natürliche Bestandsrückkehr und stabil angesehen. Das sie historisch weder belegt noch "normal" sind, wirkt sich Jahr für Jahr negativ auf die heimischen Fischbestände aus. Diesen Winter wurde das Problem noch einmal besonders deutlich.

Die ökologische Deutungshoheit in Deutschland scheint fest in den Händen jener zu liegen, die den Schutz von Vögeln über den von Fischen stellen. Doch die jüngsten Entwicklungen des Winters 2025/26 haben das Problem erstmals wieder deutschlandweit für eine breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht: Ob an der Havel, der Alten Fahrt in Potsdam, dem Hafen in Stralsund oder am Bodensee.

In ganz Deutschland sammeln sich aufgrund der strengen Wintertemperaturen Kormorane an den verbliebenen frostfreien Gewässerabschnitten und dokumentieren eindringlich, was unter der Wasseroberfläche seit vielen Jahren Realität ist
Dabei wird ein besorgniserregendes Muster sichtbar: Fischartenschutz droht zum Artenschutz zweiter Klasse zu verkommen, reduziert auf die Funktion als Vogelfutter oder störendes Nebenelement in scheinbar harmonischen Ökosystemen. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) fordert angesichts belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse ein wirksames, bundesweit koordiniertes und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.

Ideologie statt Ökologie: Drei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit illustrieren das systematische Problem erschreckend deutlich:

  1. Die Talsperre Kelbra in Sachsen-Anhalt sollte 2020 auf Initiative der grünen Umweltministerin komplett „fischfrei“ werden – mit der Begründung, Fische konkurrierten mit Schwarztauchern um Nahrung und Hechte erbeuteten gelegentlich Jungvögel. Die Konsequenz: komplette Entleerung der Talsperre zur Eliminierung der Fischbestände.
  2. Bei den Plänen zu einem möglichen “Nationalpark Ostsee”, dem Prestigeprojekt des schleswig-holsteinischen Umweltministeriums, findet sich in der offiziellen Präsentation zur Auftaktveranstaltung das Wort „Fisch“ exakt einmal – und zwar im Kontext „fischfressender Arten wie Sterntaucher“. Dass im Meer tatsächlich Fische leben, deren Schutz ebenfalls erwägenswert erscheinen könnte, blieb unerwähnt.
  3. Und im Naturkundemuseum Potsdam dürfen Raubfische im neuen Aquarium aus „Tierschutzgründen“ nicht mit lebender Nahrung gefüttert werden.

Alle drei Beispiele stehen als Symbol für ein Naturverständnis, das ideologisch am Reißbrett konstruiert scheint, während der Fischschutz beiläufig zu einem Tierschutz zweiter Klasse herabgestuft wird.

„Sky is the limit“

Vögel können fliegen und sich im Grunde überall verbreiten, wo sie günstige Lebensumstände und Futter finden - „sky is the limit“. Innerhalb weniger Stunden kann ein empfindliches Ökosystem von einer großen Anzahl von Vögeln, im wahrsten Sinne des Wortes „ausgeräumt“ werden. Die Frage, ob eine Vogelart invasiv ist oder nicht, lässt sich nicht einfach beantworten. Die Vögel im Titelbild dieses Beitrages gehören wohl überwiegend zur Art Phalacrocorax carbo sinensis. Mit dem menschengemachten Klimawandel haben sie auch in Mitteleuropa in großer Zahl ganzjährig eine Heimat gefunden. Sinensis ist ein lateinisches Adjektiv im Neulateinischen und bedeutet "chinesisch" oder "aus China stammend", abgeleitet von "Sin-" (China) und dem Suffix "-ensis" (Herkunft).

Was sagt die Wissenschaft?

Während lange Zeit Zweifel an negativen Auswirkungen geäußert wurden, ist der Zusammenhang zwischen hohem Fraßdruck durch Kormorane und dem Rückgang sensibler Fischarten inzwischen wissenschaftlich belegt. Dies wurde auch im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages am 26. Juni 2024 zum Antrag „Kormoranmanagement – Schutz von Artenvielfalt und Fischereibeständen“ (BT-Drs. 20/10619) deutlich. Die geladenen Sachverständigen ließen keinen Zweifel daran, dass die derzeitigen Kormoranbestände in Mitteleuropa Fischbestände nachhaltig schädigen und die Artenvielfalt regional gefährden. Die zentrale Frage lautete nicht mehr ob, sondern wie Fischbestände künftig wirksam geschützt werden können.

Die Sachverständigen mit den Vertretern des DAFV vor dem Sitzungssaal am Bundestag. (v.l.n.r. Alexander Seggelke, Dr. Alexander Brinker, Reinhardt Sosat, Klaus-Dieter Mau, Stefan Jäger, Florian Stein, Mark Glynn)

Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten belegen inzwischen eindeutig, dass die Prädation durch Kormorane erhebliche negative Auswirkungen auf Aquakultur, Binnen- und Küstenfischerei sowie auf die aquatische Biodiversität haben kann (u. a. Harris et al. 2008; Kennedy & Greer 1998; Steffens 2010; Jepsen et al. 2010, 2018; Ovegård et al. 2021). Bei einer europäischen Gesamtpopulation von rund zwei Millionen Kormoranen und einem durchschnittlichen Nahrungsbedarf von etwa 500 g Fisch pro Tier und Tag, wie ihn Grémillet et al. (1996), Keller & Visser (1999) und Ridgway (2010) beschrieben haben, ergibt sich ein jährlicher Fischverbrauch von rund 365.000 Tonnen – ein im Vergleich zu den gesamten Küsten und Binnenfischfängen Europas außerordentlich hoher Anteil. Während die Effekte im offenen Meer meist geringer sind, zeigen Studien, dass sie in Küstengewässern und Fjorden bei geschwächten Beständen erheblich sein können (Vetemaa et al. 2010; Hansson et al. 2017; Jepsen et al. 2010), während sie in Flüssen und Seen mit natürlicherweise niedriger Fischbiomasse besonders gravierend ausfallen. Für Fließgewässer dokumentieren zahlreiche Arbeiten massive Bestandsverluste selbst nach wenigen Kormoranbesuchen, insbesondere bei Lachs und Forellenarten, Äschen sowie weiteren empfindlichen Arten, wobei Jungfische und Besatzfische besonders stark betroffen sind und lokal sogar ein Aussterberisiko beschrieben wird (Koed et al. 2006; Jepsen et al. 2010; Steffens 2010). Auch für Seen liegen aus Dänemark, Deutschland, Schweden und Großbritannien klare Belege für deutliche Bestandsrückgänge vor, insbesondere in kleinen, flachen Gewässern (Britton et al. 2002, 2003; Dirksen et al. 1995; Rudstam et al. 2004; Winfield et al. 2007).

In vielen Flüssen richten Kormorane mittlerweile regelrechte Totalschäden an.

In Küsten und Brackwassergebieten, insbesondere im Ostseeraum, ist die starke Prädation auf ökologisch und fischereilich bedeutende Arten wie Barsch, Zander, Hecht, Flunder, Aal und Dorsch gut dokumentiert (Östman et al. 2012, 2013; Bergström et al. 2022; Florin et al. 2013; Jepsen et al. 2010, unveröffentlicht), wobei für den Europäischen Aal Studien zeigen, dass Kormorane regional bis zu 44 Prozent der Jungtiere innerhalb eines Sommers fressen und in Dänemark als wichtigste Mortalitätsursache gelten – mit größerem Einfluss als Fischerei und Wasserkraft zusammen (Jepsen et al. 2010). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Forschung keinen Zweifel daran lässt, dass Prädation durch Kormorane in vielen Gewässertypen einen zentralen Belastungsfaktor für Fischbestände und Fischerei darstellt.

„Ein Scharf ist bei uns unbekannt“

Eine historische Meta-Studie belegt zudem, dass die derzeit hohe Kormoranpopulation in Deutschland keiner natürlichen Bestandsrückkehr auf Grundlage von Schutzmaßnahmen entspricht. Das es keine historische Koevolution einer vergleichbaren Kormoranpopulation und den heimischen Fischarten gab, belegt unter anderem Baldners „Vogel-, Fisch- und Thierbuch“ von 1666.

Baldners Werk liefert Zeitdaten über Artenvorkommen und Verbreitung, lange bevor moderne Bestandsstatistiken existierten. Auch wenn seine Pionierarbeit nicht allen heute geltenden, wissenschaftlichen Standards entspricht, ist es dennoch eine der frühesten, verlässlichen faunistischen Quellen seiner Epoche – weil sie auf direkten, langjährigen Beobachtungen und akkuraten Illustrationen beruht.

Der Klimawandel als Katalysator

Besonders brisant ist die Interaktion zwischen Kormoranpopulation und Klimawandel. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Fischarten profitiert der Kormoran erheblich von der Klimaerwärmung. Gewässer in Deutschland frieren im Winter kaum noch flächendeckend zu. In der Folge gibt es mittlerweile ganzjährige Kolonien. Dies ermöglicht den Vögeln, ungestört in tieferen Bereichen, Nebengewässern und klassischen Wintereinständen der Fische zu jagen, ohne dass dies öffentlich wahrgenommen wird. Die öffentliche Sichtbarkeit der Schäden in diesem Winter durch die partielle Eislage darf daher nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um ein neues oder einmaliges Ereignis handelt, sondern um ein seit Jahren bestehendes, strukturelles Problem mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Fischbestände.

Große Kormoranschwärme versammeln sich im Winter an den wenigen eisfreien Stellen an und auf den Gewässern. Foto: Marcel Weichenhahn

Anglerinnen und Angler wollen den Kormoran nicht ausrotten. Er ist Teil unserer aquatischen Lebensgemeinschaften. Doch wenn eine ehemals gefährdete Art sich infolge klimatischer Veränderungen und menschlicher Eingriffe so stark vermehrt, dass sie andere Arten und ganze Ökosysteme nachhaltig schädigt, dann ist verantwortungsvolles Management erforderlich.

Die räumliche Trennung: Brutgebiete im Norden, Schadensräume im Süden

Während Kormorane in geschützten Brutgebieten vor allem im Norden Deutschlands ungehindert proliferieren, verursachen sie auf ihren Zügen in den Süden oft erhebliche Schäden, insbesondere in den Oberläufen mitteleuropäischer Fließgewässer. Brutgebiete und Schadensräume sind zeitlich und räumlich entkoppelt. Es gibt keine deutschen, niederländischen oder dänischen Kormorane, es ist eine expansive und hochmobile europäische Population.

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Verteilung der Kormoranpopulation in Mitteleuropa zu verschiedenen Jahreszeiten. Brutgebiete und Schadgebiete sind zeitlich und räumlich voneinander getrennt.

In Süddeutschland und Südeuropa stehen Anglerinnen und Angler zunehmend vor den Trümmern jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit zur Wiederansiedlung seltener Fischarten – zunichtegemacht durch Kormorane, welche aus ihren intensiv geschützten Brutgebieten im Norden nach Süden ziehen.

„Kormorane kennen keine Ländergrenzen“, fasst Mau zusammen. „Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein. Ein Naturschutz mit größerer Weitsicht und überregionaler Koordination wäre hier dringend geboten.“

Wissenschaftlichkeit als Einbahnstraße?

Kritiker werfen einigen Akteuren im Naturschutz vor, selektiv wissenschaftsgetrieben zu agieren: Während bei der Problemanalyse wissenschaftliche Standards eingefordert werden, werden sie bei Lösungsvorschlägen, die negative Auswirkungen auf „Lieblingstierarten“ haben, gerne ignoriert. Der Schutzstatus des Kormorans wird dabei oft als unantastbar behandelt, obwohl er auf einer historischen Bedrohungslage basiert, nicht auf der heutigen Situation.

Der DAFV kritisiert zudem, dass Eingriffe zugunsten des Vogelschutzes im Naturschutz vielfach als selbstverständlich gelten, während vergleichbare Maßnahmen zum Schutz von Fischen häufig abgelehnt oder verzögert werden. „Fischarten dürfen nicht auf die Rolle reiner Nahrungslieferanten reduziert werden“, so Mau. „Ein moderner Naturschutz muss alle Artengruppen gleichwertig berücksichtigen.“

Vom Schutz zum Management: Ein Erfolg, der verwaltet werden muss

Dabei ist der Kormoran selbst nicht das Problem – er ist lediglich die symptomatische Manifestation eines strukturellen Defizits: Ein Artenschutz, der sich weigert, zwischen Erfolg und Übersteuerung zu unterscheiden und Management verhindert, obwohl Schäden absehbar und belegbar sind. Aus Sicht des DAFV ist der notwendige Übergang vom strikten Schutz hin zu einem aktiven Bestandsmanagement kein Rückschritt, sondern Ausdruck erfolgreicher Naturschutzarbeit.  „Gezielte Regulierung ist kein Gegensatz zum Naturschutz, sondern Voraussetzung für den Erhalt der biologischen Vielfalt in einer stark veränderten Kulturlandschaft“, so Mau.

Europäische Lösung dringend erforderlich

Bereits 2008 forderte das Europäische Parlament die Verabschiedung eines europäischen Kormoran-Managementplans, um die zunehmenden Auswirkungen von Kormoranen auf Fischbestände, Fischerei und Aquakultur zu minimieren. Diese Forderung wurde in den Entschließungen des Parlaments zur Aquakultur aus den Jahren 2018 und 2022 bekräftigt. Ebenso drängten mehrere EU-Mitgliedstaaten auf den Ratstagungen im September und Oktober 2025 die Europäische Kommission, die EU-weite Bewirtschaftung der Kormoranpopulationen zu koordinieren. Einen ausführlichen Bericht über die politischen Entwicklungen in Brüssel bezüglich eines europäischen Kormoran-Managements findet ihr in dem Bericht „Impact of cormorant predation on EU fisheries and aquaculture“ des European Parliamentary Research Service.

 

Bereits 2018 fordert der Deutsche Angelfischerverband im europäischen Parlament einen gesamteuropäischen Lösungsansatz.

Im November 2025 veröffentlichte die Europäische Beratungskommission für Binnenfischerei und Aquakultur (EIFAAC), ihren Entwurf für einen Kormoran-Managementplan als Teil eines von der EU kofinanzierten Projekts. Ziel dieser Initiative ist es, einen günstigen Erhaltungszustand für den Kormoran zu erhalten und gleichzeitig bedrohte Fischarten und Aquakultur-Fischzuchtbetriebe zu schützen. Anfang 2025 wurden Angelfischer, Berufsfischer und Aquakulturbetreiber im Zuge dieser Initiative dazu aufgerufen, Schäden durch Kormorane, systematisch zu melden. Deutsche Angelfischer haben mit 101 Meldungen massiv zum Gelingen dieser Studie beigetragen. Basierend auf den Meldungen schätzt die EIFAAC, dass sich der jährliche monetäre Schaden für die europäischen Angelfischer auf 100 Millionen EUR beläuft. Weiterhin hat die EIFAAC das Risiko für die Ernährungssicherheit analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass der europäische Kormoranbestand in etwa so viel Fisch konsumiert wie 13 Millionen Menschen.

Der aktuelle Entwurf des europäischen Kormoran-Managementplans zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen einer wachsenden Kormoranpopulation auf die Biodiversität der Binnen und Küstenfischbestände, die Fischerei und die Aquakultur im gesamten europäischen Verbreitungsgebiet der Art zu steuern. Der Entwurf bietet einen ausgewogenen, wissenschaftlich fundierten und inklusiven Fahrplan für den Umgang mit den komplexen Wechselwirkungen zwischen Kormoranen, Fischerei, Aquakultur und Fischschutz in Europa. Er ist darauf ausgelegt, Konflikte zwischen Kormoranen und Fischen auszugleichen, zu verringern und – wo möglich – zu lösen.

Der DAFV hat ihm Rahmen von öffentlichen Konsultationsprozessen zur erfolgreichen Entwicklung des Managementplans beigetragen und begleitet das laufende EU-Projekt Protectfish.eu mit einem Sitz im externen Beirat. Während der internationalen Kormoran-Konferenz 2026 vom 03. bis 06. Februar 2026 in Prag kamen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis zusammen, um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren und über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit dem Kormoran zu beraten. In der Vergangenheit waren diese Konferenzen der Cormorant Research Group, Ornithologen-Treffen mit wenig Austausch nach außen. Dieses Jahr waren aber auch Fischschützer vom EU-Projekt ProtectFish und Angelfischer- und Fischereiverbänden vertreten. Eine Kuriosität, welche sich als roter Faden durch die Konferenz zog, war die Argumentation der Ornithologen, dass Magenanalysen von Kormoranen den Schluss zulassen würden, dass sie optimal zur Bestandsreduktion invasiver Grundeln geeignet und Grundeln folglich auch die bevorzugte Beute für Kormorane wären.

Wenn wir Fischarten ernsthaft erhalten wollen, müssen wir bereit sein, den Schutzstatus erfolgreicher Prädatoren kritisch zu prüfen und an ein aktives, wissenschaftlich fundiertes Management anzupassen. Solange dies unterbleibt, bleibt der Eindruck bestehen: Der Artenschutz endet an der Wasseroberfläche. Und darunter zahlen die Fische – sowie diejenigen, die sich für ihren Erhalt engagieren – den Preis für eine Deutungshoheit, die den Blick auf das große ökologische Ganze verliert.

Kormorane kennen keine Ländergrenzen! Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen

Quellenverzeichnis:

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Bildunterschriften:

Karten.jpg: Verteilung der Kormoranpopulation in Mitteleuropa zu verschiedenen Jahreszeiten. Brutgebiete und Schadgebiete sind zeitlich und räumlich voneinander getrennt.

kormoran_baldner.jpg: „Scharf“ ist die historische Bezeichnung für Kormorane, aus „Vogel-, Fisch- und Thierbuch“, Baldner 1666

DSC_1153.jpg: Große Kormoranschwärme versammeln sich im Winter an den wenigen Eisreien stellen an und auf den Gewässern. Foto: M. Weichenhan

DSC_1269.jpg: Große Kormoranschwärme versammeln sich im Winter an den wenigen Eisreien stellen an und auf den Gewässern. Foto: M. Weichenhan

DSC_1132*.jpg: Größe ist kein Schutz vor Fressfeinden. Diesem durchaus maßigen Zander half seine Größe nicht um vor den Kormoranen sicher zu sein. Foto: M. Weichenhan.

DSC_1348a.jpg: Als Lieblingsspeise des Kormorans wird meist der Aal, gefolgt von der Forelle oder Äsche genannt. Doch auch Stachelritter wie dieser stattliche Flussbarsch haben vor den langen spitzen Schnäbeln des Kormorans keine Chance. Foto: M. Weichenhan.

Deutscher Angelfischerverband e.V. (DAFV)

DeutschlandkarteDer Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 530.000 organisierten Mitgliedern. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

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