Wie vielseitig moderne Angelfischerei sein kann, erlebten 27 Jugendliche beim DAFV-Jugendcamp am Schweriner See. Vom 30. Juli bis 3. August 2026 folgten Jugendgruppen aus neun Vereinen der Einladung der DAFV-Jugend in der Jugendherberge Flessenow. Fünf Tage lang standen nicht nur verschiedene Angelmethoden im Mittelpunkt, sondern auch Naturerlebnis, Gewässerschutz, Nachhaltigkeit und der Austausch über Vereins- und Landesgrenzen hinweg.
Angeln in all seinen Facetten
Das Camp bot den Jugendlichen die Möglichkeit, die Vielseitigkeit der Angelfischerei hautnah zu erleben. Auf dem Schweriner See konnten sie sowohl vom Motorboot als auch mit Bellybooten fischen. Auch das Watangeln in den ausgedehnten Flachwasserbereichen des Sees war möglich. Ergänzt wurde das Programm durch Angelausfahrten auf die Ostsee, die vom Angelverein Boltenhagen/Klütz e. V. ermöglicht wurden. Erfahrene Guides begleiteten alle Angebote und gaben ihr Wissen mit großem Engagement an die jungen Anglerinnen und Angler weiter.
Ein besonderes Highlight war der Brandungsangelworkshop, der von den Teamanglern Alexander Dorow und Tim Scheil von der Firma Yuki geleitet wurde. Nach einer Einführung in Ausrüstung, Wurftechnik und Taktik ging es direkt an den Ostseestrand, wo das Gelernte sofort in die Praxis umgesetzt werden konnte. Anfangs war Geduld gefragt, doch im Laufe des Angelns stellten sich immer bessere Fangerfolge ein. Überhaupt zeigte sich während des gesamten Camps: Mit jeder neuen Erfahrung wuchsen auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Fangerfolge.
Natur erleben und verstehen
Angeln bedeutet weit mehr als das Fangen von Fischen, es bedeutet auch, die Natur bewusst wahrzunehmen und ihre Zusammenhänge zu verstehen. Dabei unterstützte der Landesanglerverband Mecklenburg-Vorpommern (LAV MV) das Camp in vielfältiger Weise. Neben der Bereitstellung von Bellybooten war er auch mit seinem Infomobil vor Ort und vermittelte den Jugendlichen Wissenswertes über heimische Gewässer, deren Lebensräume und den Schutz aquatischer Ökosysteme. Ein weiterer Höhepunkt war die Naturerkundung mit Peter Rinow.
Gemeinsam wurden heimische Pflanzen entdeckt und ihre Verwendung erklärt. Besonders großen Anklang fand dabei das Sammeln von Brennnesseln, die anschließend gemeinsam zu knusprigen Brennnesselchips verarbeitet wurden. Ein ungewöhnliches Geschmackserlebnis, das viele überraschte und zeigte, welche Schätze die Natur bereithält.
Verantwortung übernehmen
Zum Verständnis einer nachhaltigen Angelfischerei gehört auch die Verantwortung für die Gewässer. Deshalb hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich an einer Catch & Clean-Aktion zu beteiligen. Dabei wurde Müll direkt aus und an den Gewässern gesammelt. Obwohl sich nur ein kleiner Teil der Teilnehmer daran beteiligte, kam eine erstaunliche Menge an Abfällen zusammen. Die Aktion machte eindrucksvoll deutlich, wie wichtig jeder Beitrag für saubere Gewässer und den Erhalt unserer Natur ist.
Ebenso selbstverständlich gehört zur Angelfischerei der respektvolle Umgang mit dem Fang. Die Jugendlichen lernten, Fische fachgerecht zu versorgen und als hochwertiges Lebensmittel wertzuschätzen. Wie aus einem frischen Fang ein traditionell veredeltes Produkt entsteht, zeigte uns die Fischerei Prignitz bei einer Räuchervorführung, die interessante Einblicke in das Fischerhandwerk vermittelte.
Gemeinschaft, die verbindet
Neben den vielen Aktivitäten auf und am Wasser war es vor allem die Gemeinschaft, die das DAFV-Jugendcamp auszeichnete. Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands lernten sich kennen, tauschten Erfahrungen aus und knüpften neue Freundschaften. Unterstützt wurden sie dabei von engagierten Guides und Betreuern, die mit viel Leidenschaft ihr Wissen weitergaben und jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung standen.
Bereichert wurde das Camp außerdem durch den Besuch der Fischerjugend NRW sowie des Rheinischen Fischereiverbandes von 1880 e. V.. Solche Begegnungen zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit innerhalb der organisierten Angelfischerei ist und welchen Beitrag sie für eine lebendige und zukunftsorientierte Jugendarbeit leistet.
Neue Schritte in der Öffentlichkeitsarbeit
Verknüpft wurde das Jugendcamp mit einem Fotoshooting, das die DAFV-Jugend in Auftrag gegeben hat und den namhaften und schon seit längerem für den DAFV tätigen Fotografen Johannes Arlt durchgeführt hat. Ziel war es den DAFV-Fotopool mit Bildern zu Themen wie Wissensvermittlung Kontakt zur Natur altersübergreifende Gemeinschaft und der Spaß am Angeln mit Motiven von Junganglerinnen und -anglern zu erweitern. Das Jugendcamp mit einer bunten Vielfalt an Jugendlichen aus ganz Deutschland in verschiedenster Vereinskleidung und Altersbereichen bot hierfür das ideale Umfeld. So sind einige der hier verwendeten Bilder u. a. im Rahmen des Fotoshootings entstanden und stehen demnächst unseren Mitgliedsvereinen zur Nutzung unter Berücksichtigung der DAFV-Fotolizenz zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung.
Auch die mediale Begleitung der Veranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit der Jugendleitung mit dem Fachbereich Social-Media des DAFV intensiviert. So bot Clemens Wildt über die drei Angeltage auf Instagram in zahlreichen Story-Videos Einblicke in die oben erwähnten vielfältigen Angebote und konnte in Bild und Ton den Spaß an der Veranstaltung vermitteln, was in der Community gut ankam.
Mehr als ein Angelcamp
Das DAFV-Jugendcamp 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie moderne Jugendarbeit in der Angelfischerei aussieht. Unterschiedliche Angelmethoden kennenlernen, Verantwortung für Natur und Gewässer übernehmen, den Fisch als wertvolles Lebensmittel begreifen und Gemeinschaft erleben – all diese Bausteine machten die Tage am Schweriner See zu einem besonderen Erlebnis.
Ein herzlicher Dank gilt allen Vereinen, Unterstützern, Guides und Referenten, die mit ihrem Engagement zum Gelingen des Camps beigetragen haben. Sie alle haben dazu beigetragen, den Jugendlichen unvergessliche Tage zu ermöglichen und die Begeisterung für die Angelfischerei nachhaltig zu fördern.
Bildunterschriften:
o.l.: Ob vom Bellyboot, mit Wathose, oder bei den hohen Temperaturen in Badehose. Genageln wurde viel. Und manche Raub-Rotfeder ging an den Haken (Foto: Cedric Hagel AV Hövelhof)
o.r.: Mit viel Spaß und Freude wurden mit den Brandungsangelprofis Montagen gebaut. (Foto: Johannes Arlt / DAFV)
u.l.: Aufmerksam lauschten die jungen Teilnehmer Peter Rinow bei seiner Naturführung. (Foto: Clemens Wildt / DAFV)
u.r.: Einblick in die Arbeit des Fotografen. (Foto: Uwe Kleinhans / Warnemünder Angelverein)
Weitere Stimmen zum DAFV-Jugendcamp:



