Im Rahmen der Bildungsmesse „didacta“ hat der Deutsche Angelfischerverband am Gemeinschaftsstand des i.m.a. e. V. (information.medien.agrar e. V.) vom 10. bis 14. März seine Arbeit in der Umweltbildung vorgestellt. Unter der neu eingerichteten Internetseite https://umweltbildung.dafv-jugend.de stehen verschiedene Arbeitsbögen und weitere Materialien zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Was haben „die Angler“ auf einer Bildungsmesse verloren?
Umweltbewusstsein und Naturverständnis sollen zunehmend in den Fokus von Aus- und Weiterbildung rücken. Viele junge Menschen gehen angeln. Neben dem Fang von Fischen setzen sich junge Anglerinnen und Angler dabei immer intensiver mit ihrer Umwelt und der Natur auseinander. Bildungsaspekte mit Bezug zum Tier-, Arten- und Naturschutz gewinnen dadurch stetig an Bedeutung.
Dieser Lernprozess beginnt bereits bei grundlegenden Kenntnissen, etwa dem Erkennen verschiedener Fischarten, Pflanzen oder Bäume am Gewässer. Das Angeln bietet damit einen niedrigschwelligen und praxisnahen Zugang zu ökologischen Themen und fördert frühzeitig ein verantwortungsbewusstes Verhältnis zur Natur.
Lernen direkt am Gewässer
Die Bildung, die Anglerinnen und Angler unmittelbar am Gewässer erfahren, hat einen hohen praktischen und lebensnahen Wert. Durch das Angeln lernen junge Menschen ökologische Zusammenhänge kennen – etwa die Bedeutung sauberer Gewässer, den Einfluss des Menschen auf natürliche Lebensräume oder die Notwendigkeit von Schonzeiten und Mindestmaßen zum Schutz der Fischbestände.
Diese Erfahrungen fördern ein verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Tieren und Natur und stärken das Verständnis dafür, dass Naturschutz nicht abstrakt, sondern konkret und alltäglich ist.
Anknüpfungspunkte für den Schulunterricht
Die genannten Bildungsinhalte lassen sich hervorragend in den Schulunterricht integrieren, beispielsweise in den Fächern Biologie, Geografie oder Sachunterricht. Themen wie Ökosysteme, Biodiversität, Nachhaltigkeit oder Artenschutz können durch praktische Beispiele aus der Welt der Angelfischerei anschaulich vermittelt werden.
Exkursionen an Gewässer, Projektarbeiten oder Kooperationen mit Angelvereinen könnten das theoretische Wissen aus dem Klassenzimmer sinnvoll ergänzen und vertiefen. Dadurch wird Lernen greifbarer, nachhaltiger und lebensnaher.
In einigen Bundesländern ist es bereits gelungen, entsprechendes Lehrmaterial erfolgreich im Schulunterricht zu platzieren.
Für Beispiele sei hier auf die Broschüre „Angeln als Naturerlebnis“ verwiesen, in der einige Projekte unserer Landesverbände vorgestellt werden.
Neue Materialien der DAFV-Jugend
Auch der Deutsche Angelfischerverband hat über seine Jugendabteilung DAFV-Jugend neue Bildungsmaterialien erstellt. Diese wurden den Mitgliedern zur Verfügung gestellt und auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlicht. Ziel ist es, Lehrkräfte, Jugendleiterinnen und Jugendleiter sowie Vereine bei der Umweltbildungsarbeit zu unterstützen.
Unter dem Motto „Schulunterricht trifft auf Angelfischerei“ sind Arbeitsmaterialien zur Umweltbildung entstanden. Dazu gehören unter anderem Arbeitsbögen, die passgenau auf die Arbeit mit dem DAFV-Malbuch „Süßwasserfische“ abgestimmt sind.
Alle Arbeitsmaterialien sowie Bezugsquellen sind übersichtlich auf der Internetseite https://umweltbildung.dafv-jugend.de aufgeführt.
Projekt „FLOW“ - Fischnährtiere unter der Lupe
Erstmals mit auf der „didacta“ war das Projekt FLOW, bei dem der DAFV Projektpartner ist. Dabei handelt es sich um ein Citizen-Science Projekt bei dem Personen in der Bestimmung von Bioindikatoren wie Insektenlarven, Würmern und Schnecken geschult werden, um dann mit Gruppen verschiedenen Alters an kleineren Fließgewässern ihrer Umgebung Proben zu nehmen und diese zu analysieren. Anhand der entdeckten Kleintiere lassen sich u.a. Rückschlüsse auf Pestizidbelastungen im Gewässer feststellen. Das Projekt eignet sich u. a. gut für Schulkassen der Oberstufe, um beispielsweise im Leistungskurs Biologie Themen wie Probennahme, -analyse und Verarbeitung der gewonnenen Informationen zu vertiefen.
Angeln als Schlüssel zur Umweltbildung
Am Beispiel des Angelns lassen sich Zusammenhänge zwischen Lebensraum und Lebewesen besonders anschaulich verdeutlichen. Die Wertschätzung für ein selbst gefangenes Lebensmittel ist dabei enorm. Lernende haben die Chance, unmittelbar und direkt den Einfluss des Menschen auf die Gewässer sowie auf die Lebenssituation der Fische zu erkennen.
Das Erleben von Spannung, Natur und handwerklichen Tätigkeiten im Freien fördert zudem Konzentrationsfähigkeit, Geduld und Verantwortungsbewusstsein. Das Lernerlebnis rund um den selbst gefangenen Fisch steigert die Wertschätzung des Lebensmittels nachhaltig und sensibilisiert für einen respektvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Gerade in Zeiten zunehmender ökologischer Herausforderungen leistet die Verbindung von Freizeitaktivität, Naturerlebnis und Bildung einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung junger Menschen.



