Wie in jedem Jahr Mitte April trafen sich die Mitgliedsverbände der European Anglers Alliance (EAA) in der Brüsseler Geschäftsstelle zu ihrer jährlichen Fachgruppen-Konferenz. Auf der Agenda der zweitägigen Veranstaltung standen die Fachgruppen „Meer“, „Süßwasser“ sowie übergreifende europäische Themen.
Besonders erfreulich war in diesem Jahr die Teilnahme von zwei nationalen Verbänden, die bislang noch keine Mitglieder der EAA sind. Beide Organisationen haben ihre Absicht bekundet, der EAA im Rahmen der Generalversammlung im September in Cork (Irland) beizutreten. Diese geplanten Beitritte werden das politische Gewicht der EAA sowie die europaweite Repräsentanz der Anglerinnen und Angler nachhaltig stärken.
Forum des Europäischen Parlaments für Freizeitfischerei und aquatische Umwelt (RecFishing Forum)
Am Abend des zweiten Tages (15. April) organisierte das Forum für Freizeitfischerei und aquatische Umwelt des Europäischen Parlaments eine Networking-Veranstaltung im Europäischen Parlament, die der strategischen Bedeutung der EU-Wasserrahmenrichtlinie gewidmet war – unter der Schirmherrschaft des Mitglieds des Europäischen Parlaments (MdEP) Niclas Herbst (EVP, Deutschland).
(v.l.n.r.) Marc Owen (Präsident EAA), Gerard Bakkenes (Präsident EFTTA), Dr. Florian Stein (DAFV, Fachbereich für Europaarbeit) und Niclas Herbst (MdEP, EVP Deutschland)
Die Veranstaltung mit dem Titel „Casting for living waters – die strategische Bedeutung der Wasserrahmenrichtlinie für die Angelfischerei in der EU“ brachte politische Entscheidungsträger, Interessengruppen und Vertreter des Freizeitfischereisektors zusammen, um die strategische Bedeutung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) für Europas aquatische Ökosysteme und die davon abhängigen Gemeinden und Unternehmen, einschließlich des Freizeitfischereisektors der EU, zu erörtern.
Die Veranstaltung wurde im Zusammenhang mit der Ankündigung der Kommission – im Rahmen des Aktionsplans „ResourceEU“ – organisiert, welcher vorsieht „die Wasserrahmenrichtlinie auf der Grundlage der Beiträge und Erfahrungen der Interessengruppen in den Mitgliedstaaten zu überprüfen und zu überarbeiten“. Die Europaabgeordneten Ingeborg ter Laak (EVP, Niederlande) und Bruno Tobback (S&D, Belgien) eröffneten die Veranstaltung offiziell mit einleitenden Worten und teilten ihre Ansichten zur Wasserrahmenrichtlinie sowie zur Rolle der Interessengruppen – einschließlich des Freizeitfischereisektors – in diesem Dossier mit.

MEP Bruno Tobback (S&D, Belgien) fügte hinzu: „Wasser ist unverzichtbar für unsere Gesundheit, Sicherheit, Freizeitaktivitäten und die davon abhängigen wirtschaftlichen Aktivitäten – daher ist es unverzichtbar für unsere Zukunft… Die Wasserrahmenrichtlinie ist keine regulatorische Belastung, sondern schützt dieses öffentliche Gut der Süßwasserressourcen…(und) Wir müssen proaktiver und entschlossener vorgehen, um sicherzustellen, dass Europa die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie erreicht, um dieses Gemeingut zu schützen – was auch ein wichtiger Faktor für die sozioökonomischen Aktivitäten ist, die durch den Freizeitfischereisektor generiert werden.“

Mark Owen, Präsident der European Anglers Alliance (EAA), erklärte: „Für Europas 25 Millionen Angler sind gesunde Süßwasserökosysteme kein abstraktes Ziel– sie sind die Grundlage unserer Tätigkeit und unseres Beitrags zur lokalen Wirtschaft … Der Zusammenhang ist klar: Sauberes Wasser bedeutet gesunde Fische und eine erfolgreiche Fischwanderung, und strenge Umweltstandards bedeuten eine nachhaltige Zukunft für das Angeln.“ „All dies macht eine konsequente Durchsetzung und ein politisches Bekenntnis zur Wasserrahmenrichtlinie wichtiger denn je. Die European Anglers Alliance fordert daher eine konsequente, strenge und vollständige Umsetzung der Richtlinie – statt einer Überarbeitung.“

Gerard Bakkenes, Vorsitzender der European Fishing Tackle and Trade Association (EFTTA), fügte hinzu: „Aus wirtschaftlicher Sicht ist das Freizeitangeln ein wichtiger Motor für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung in ganz Europa … Hochwertige Süßwasserökosysteme sorgen nicht nur für attraktivere Angelerlebnisse, sondern führen auch zu einer steigenden Nachfrage nach Angelausrüstung und höheren Umsätzen für Angelgeschäfte, Hersteller und andere Unternehmen in der Wertschöpfungskette der Branche.“ „Um das volle sozioökonomische Potenzial der Angelgeräteindustrie auszuschöpfen, brauchen wir reichhaltige Fischbestände, renaturierte Flüsse, zufriedene Angler und gesunde Süßwasserökosysteme – genau das, was die Wasserrahmenrichtlinie der EU erreichen soll.“

Die Europaabgeordnete Isabella Lövin (Grüne/EFA, Schweden) beendete den offiziellen Teil der Veranstaltung mit einem Dank an den EU-Angelfischereisektor dafür, dass er die Stimme und die Hüter der Wasserrahmenrichtlinie sei – da dieser Rechtsrahmen sowohl der EU-Wirtschaft als auch den Gemeinden und EU-Bürgern auf dem gesamten Kontinent Vorteile bietet. Der Zweck der Wasserrahmenrichtlinie besteht darin, Salzwasser- und Süßwasserökosysteme miteinander zu verbinden – um Fischwanderungen, gesunde Flüsse und lebendige Gemeinschaften zu ermöglichen. „Ich habe kürzlich den Fluss Testeboån in Schweden besucht – das einzige Beispiel, bei dem es uns gelungen ist, einen Wildlachsfluss zu renaturieren, sodass nun wieder Lachse in den Fluss wandern. Dies ist ein Ergebnis der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, aber auch den Menschen und Organisationen zu verdanken, die sich um Fische, Flüsse und deren Ökosystemleistungen kümmern – wie die europäische Angelfischereigemeinschaft.“

Mit dieser Veranstaltung bekräftigten die European Anglers Alliance (EAA) und die European Fishing Tackle and Trade Association (EFTTA) ihr Engagement für einen konstruktiven Dialog mit den EU-Institutionen im Rahmen der laufenden Arbeiten zur Überprüfung und Überarbeitung der Wasserrahmenrichtlinie.“
