Vom 10. bis 12. September 2026 trafen sich die europäischen Angelverbände im irischen Cork.
Bei der Generalversammlung der European Anglers Alliance (EAA) in Cork ist die EAA um weitere zwei Mitgliedsverbände aus Frankreich und Estland gewachsen. Aufgrund des großen französischen Verbands Fédération Nationale de la Pêche en France (FNPF) hat sich die Anzahl der Angler innerhalb Mitgliedsverbände nahezu verdoppelt. Während der drei Tage in Irland berieten die verschiedenen Fachgruppen über die Themen, welche das Angeln in Europa gegenwärtig und in der Zukunft bestimmen werden: von der Revision der Wasserrahmenrichtlinie über zukünftige Einschränkungen bei der Verwendung von Blei bis zur Frage, wie sich die Größe und das Alter von Fischbeständen endlich im Fischereimanagement abbilden lassen können.
Die EAA vertritt als Dachverband die Interessen von rund 25 Millionen Anglerinnen und Anglern gegenüber den EU-Institutionen. Der DAFV ist Gründungsmitglied und stellt mit Florian Stein den Vorsitzenden der Fachgruppe Süßwasser sowie ein Mitglied des EAA-Vorstands. Gastgeber der diesjährigen Versammlung war das Angling Council of Ireland.
Fachgruppe Meer: Kontrollverordnung europäisches Fischereimanagement
Den Auftakt machte am Donnerstagvormittag die Fachgruppe Meer unter Vorsitz von Markus Lundgren (Schweden).
Auf der Tagesordnung stand zunächst eine Bestandsaufnahme in den Mitgliedsländern zum Status quo der Umsetzung der überarbeiteten EU-Kontrollverordnung. Daran schloss sich die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) an, namentlich Wiederaufbaustrategien für Bestände unterhalb von MSY Btrigger sowie die laufende Evaluierung der GFP. Ein weiterer Schwerpunkt war die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und die Frage, wie sich Alters- und Größenstrukturen von Fischbeständen darin einbeziehen lassen. Abgerundet wurde die Sitzung durch Zustandsberichte zu relevanten Fischbeständen, die HELCOM-Empfehlungen zum Robbenmanagement sowie die Arbeit in den Beiräten BSAC und NSAC.
Fachgruppe Süßwasser: Wasserrahmenrichtlinie, Lachs und Biber
Am Donnerstagnachmittag leitete Florian Stein (DAFV) die Fachgruppe Süßwasser mit Hilfe seines dänischen Kollegen Kaare Manniche Ebert.
Den Auftakt bildete ein Bericht zum Stand von Living Rivers Europe, der Allianz aus Angel- und Umweltverbänden. Breiten Raum nahm anschließend die Revision der EU-Wasserrahmenrichtlinie ein: Wo steht das Verfahren, und was bedeutet es für den Gewässerschutz? Die Salmon Task Force stimmte sich über die nationalen Lachsschutzpläne und die Arbeit in der NASCO ab. Schließlich wurde die Planung eines europäischen Biber-Workshops auf den Weg gebracht.
Gemeinsame Fachgruppe: Blei, Kormorane, Nachwuchs
Der Freitagvormittag gehörte der gemeinsamen Fachgruppe unter Vorsitz von Ruben Bil (Niederlande).
Behandelt wurden hier der Stand der Beschränkungen bei der zukünftigen Verwendung von Blei, das EU-Projekt ProtectFish und der Stand des europäischen Kormoranmanagements sowie sozioökonomische Daten zur Freizeitfischerei im STECF. Vorgestellt wurden außerdem das neue EAA-Logo mit dem Claim „The Voice of European Anglers“ und das dazugehörige Design Manual. Den Abschluss bildeten der Klimawandel und seine Folgen für die Fischbestände mit den daraus erwachsenden Risiken und Chancen für Süß- und Salzwasser sowie die Frage, wie sich die Angelbeteiligung steigern lässt — dazu stellten Mitgliedsverbände erfolgreiche Initiativen für Jugendliche, unterrepräsentierte Gruppen und Therapieprogramme vor.
Irland zeigt seine Gewässer
Am Freitagnachmittag stellten die irischen Gastgeber ihre Arbeit vor: Inland Fisheries Ireland berichtete über Öffentlichkeitsarbeit und Bildung sowie über die nationale und internationale Angeltourismus-Förderung, der River Basin Management Service über drei Pilotprojekte im Süden des Landes. Am Abend folgte eine Hafenrundfahrt durch den Naturhafen von Cork.
Eindrücke von der Hafenrundfahrt in Cork. Fotos: Ruben BillWassermanagement und Biodiversität in Irland
Der Samstagvormittag gehörte erneut den irischen Gastgebern. In der Open Session der EAA-Generalversammlung stellten Partnerorganisationen des IFI und des Angling Council Ireland ihre Arbeit vor. Insgesamt gab es drei Vorträge, die den Rückbau von Gewässerverbauungen (Barrier Mitigation), Gewässerqualitätssicherung im Kontext der Wasserrahmenrichtlinie (Water Management) sowie Biodiversitätserhaltung und Eindämmung invasiver Arten (Kampagne Check, Clean, Dry) vorstellten.
Im zweiten Teil der Open Session stellten Jan Kappel sowie Cécile Fouquet und Thibault Van Lierde die Ergebnisse der erfolgreichen Interessenvertretung in Brüssel vor. Unter anderem wurde dabei die Begleitung des Lead Bans ausführlich diskutiert. Ebenso erhielten alle Teilnehmer der EAA-Delegationen und der Mitgliedsaspiranten den ersten EAA-Jahresbericht 2025.
Aufnahme neuer Mitglieder und Planung für 2027
Zum Abschluss der Tagung fand die geschlossene Sitzung statt, in der die Mitgliedschaftsanträge der beiden Anwärter aus Frankreich und Estland von der Generalversammlung bestätigt wurden.
Ferner einigte man sich auf den Austragungsort der kommenden Generalversammlung. Auf die freundliche Einladung von Kaare Maniche Ebert wird die nächste Generalversammlung in Vejle, Dänemark stattfinden. Auch der Austragungszeitraum wurde bereits bekanntgegeben: Die EAA-Mitglieder werden sich im Zeitraum vom 08. bis 12.09.2027 treffen.

Bevor es für die meisten Teilnehmer am Sonntag zurückging, konnten sie sich noch von vortrefflichen Angelmöglichkeiten vor der südirischen Küste überzeugen. Rechts: Kaare Maniche Ebert aus Dänemark mit einem Wolfsbarsch. Foto: Ruben Bill
Die European Anglers Alliance (EAA)
Der DAFV ist seit Gründung der EAA 1994 ein aktives Mitglied der Allianz. Die EAA unterhält in Brüssel ein Büro mit hauptamtlichen Mitarbeitern und nutzt die Leistungen einer Lobbyagentur, um im Sinne der Angler Europas Einfluss auf Regelungen und Verordnungen zu nehmen. Die EAA vertritt die Interessen von geschätzten 25 Millionen Anglern in ganz Europa.
