Ein Doku-Thriller, der unter die Haut geht: Der Dokumentarfilm "Milliarden Dollar Babies" offenbart der Öffentlichkeit eines der lukrativsten, aber weitgehend unbekannten Wildtierverbrechen. Der Film beleuchtet den weltweiten illegalen Handel mit Glasaalen aus verschiedenen Perspektiven und nimmt das Publikum mit zu Schauplätzen rund um den Globus.
Eines der größten Wildtierverbrechen der Gegenwart
Der Europäische Aal gilt als gefährdet und der internationale Handel wird seit 2010 über die Listung in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) reguliert. Der Handel über die EU-Außengrenze ist seitdem komplett verboten. Europol schätzt, dass die Asiatischen Aalfarmen mit den illegal importieren Glasaalen jährlich Aalfilets im Wert von etwa 3 Milliarden Euro produzieren.
Die Zuschauer erleben in diesem Film hautnah, wie der gefährdete Bestand durch den Schmuggel weiter unter Druck gerät: Investigativjournalisten begleiten die Schmuggelrouten von Baby-Aalen, die an europäischen Küsten gefischt werden und über Paris nach Hongkong und schließlich auf das chinesische Festland geschmuggelt werden.
Die Bilder sind verstörend: An den Ständen der Dominikanischen Republik und Haiti wechseln tausende Dollar in bar den Besitzer für gefischte Baby-Aale. Die Nachfrage nach diesem begehrten Speisefisch befeuert ein schmutziges Geschäft bei dem sich die gesellschaftlichen Eliten Haitis und chinesische Triaden eine goldene Nase verdienen.

Eindrücke von der Weltpremiere des Films im Filmtheater Friedrichshain am 24.03.2026 in Berlin
Florian Stein – Experte für illegalen Aalhandel und europäische Fischereipolitik
Besonders gefreut hat uns, dass unser Mitarbeiter Florian Stein als Protagonist an der Dokumentation mitgewirkt und die Entstehung des Films über sechs Jahre hinweg beratend begleitet hat. Seit August 2021 verantwortet Florian Stein beim Deutschen Angelfischerverband (DAFV) die europapolitischen Belange der Angelfischerei. In dieser Funktion koordiniert er die Positionen des Verbandes zu relevanten EU-Gesetzgebungsverfahren, begleitet Konsultationen der Europäischen Kommission und pflegt den Austausch mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie weiteren politischen und fachlichen Entscheidungsträgern. Darüber hinaus bringt Stein die Interessen des DAFV in verschiedene internationale Gremien ein. Er wirkt im Vorstand der European Anglers Alliance (EAA) mit, wo er an der europäischen Interessenvertretung für Anglerverbände aus ganz Europa beteiligt ist. Zudem vertritt er den DAFV als Mitglied im Ostsee Beirat (BSAC) und im Nordsee Beirat (NSAC), die die Europäische Kommission bei Fragen der Gemeinsamen Fischereipolitik beraten.
Bereits 2015 stieß Stein eher zufällig auf das bis dahin wenig beachtete Thema. Seine intensive Beschäftigung damit mündete Anfang 2025 in seiner Promotion an der Technischen Universität Braunschweig. Nachdem er 2022 von Interpol mit dem Partnership in Conservation Award ausgezeichnet wurde, ernannte ihn das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz 2023 zum Sachverständigen für das Sachgebiet „Aale".

Wer mehr über die Hintergründe erfahren möchte, kann sich ein kurzes Interview mit Florian Stein in Deutschlandfunk-Sendung "Studio 9" anhören.
🎙️ Zum Interview in der DLF-Mediathek
Wo kann ich den Film sehen?
Die Originalversion der Filmemacher Sebastian Weis und Marcel Ozan Riedel ist jetzt mit deutschen Untertiteln in der Mediathek des ZDF verfügbar.
Eine Deutsch-synchronisierte Fassung findet ihr in der Mediathek von arte. Eine gekürzte Fassung bietet der BBC World Service auf seinen Youtube-Kanal an.
Ergänzend dazu gibt es den True-Crime-Podcast „Billion Dollar Babies – Der Aal und die Gier“ von Weis und Ozan Riedel, gesprochen unter anderem von Katja Riemann, und den BBC podcast „Billion dollar babies“.
Angelfischerverbände setzen sich für Gewässer- und Fischartenschutz ein
Der Deutscher Angelfischerverband setzt sich für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Fischbestände ein. Der illegale Aalhandel bedroht diese Ziele existenziell: Jeder illegal entnommene Glasaal ist ein verloren gegangenes Tier, das nicht zu einem reproduktiven Erwachsenen heranwachsen kann.
"Milliarden Dollar Babies" zeigt, dass es nicht reicht, nur national zu denken. Der illegale Handel funktioniert nur, weil es eine globale Wertschöpfungskette gibt – von den europäischen Fangplätzen über internationale Schmuggelrouten bis zu den asiatischen Märkten. Der Film dokumentiert, dass es internationaler Koordination, wissenschaftlicher Expertise und politischen Willen bedarf, um dieses Verbrechen zu bekämpfen.
Mit seiner Beratung des Films erweist der DAFV, insbesondere Florian Stein, dem Natur- und Gewässerschutz in Europa einen großen Dienst. Der DAFV und seine Mitgliedsverbände engagieren sich kontinuierlich dafür, dass die politischen Ziele von beispielsweise EU-Aalverordnung und Wasserrahmenrichtlinie zur Verbesserung von Habitaten und zum Schutz gefährdeter Fischarten, erreicht werden können.
